Sie überlebte Krieg und Nazi-Massaker: Ruth Michel-Rosenstock zu Gast in Konstanz
„Wer kann sich überhaupt erinnern?“, fragt Giovanni Galizia. Der Leiter des Zukunftskollegs an der Universität Konstanz eröffnet die Veranstaltung, die das Kolleg gemeinsam mit der Hochschulgruppe Alliance against Antisemitism und der Initiative Stolpersteine für Konstanz anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus organisiert hat.
Sechs Millionen jüdische Menschen fielen dem Völkermord des NS-Regimes zum Opfer, sie alle könnten uns nichts mehr erzählen, so Galizia. Deshalb sei es umso wichtiger, den Überlebenden zuzuhören. Damit übergibt er das Wort an Ruth Michel, geborene Rosenstock. Sie ist eine Überlebende. Geboren 1928, als Tochter eines jüdischen Vaters und einer evangelischen Mutter.
Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester wuchs Ruth Rosenstock in Königsberg, heute Kaliningrad, auf, bis Hitlers Machtübernahme die Familie zu fliehen zwang. Sie kamen nach Mykulytschyn (Ukraine), das damals zu Polen gehörte. Die siebenjährige Ruth lernte innerhalb weniger Wochen Polnisch. Aber im Juni 1941 holte Familie Rosenstock auch dort das Schrecken ein.
Über Nacht........
