Tiengen wird zum Treffpunkt der Kampfsportelite: Das steckt hinter dem RUKBO-Worldcup
Ein sportliches Ereignis von internationaler Tragweite wirft seine Schatten voraus: Am 25. und 26. April findet in der Sporthalle Tiengen an der Courtenaystraße 3, der erste Worldcup im Real Universal Kombat Boxing (RUKBO) auf deutschem Boden statt. Die International Federation of Associations RUKBO (IFAR) hebt die Bedeutung der Veranstaltung selbst hervor. Auf ihrer offiziellen Website heißt es: „Dieses historische Ereignis markiert die allererste Weltmeisterschaft, die der Entwicklung und Förderung des Nahkampfs als internationale Sportart gewidmet ist. (…) Diese Veranstaltung ist ein Meilenstein in der Geschichte unseres Sports. Es ist die erste Weltmeisterschaft unter der Schirmherrschaft der IFAR und ein klarer Beweis für die wachsende internationale Anerkennung und Popularität des Nahkampfs.“
Worldcup gilt als Testlauf für die World Games 2027
Gemeinsam mit dem Deutschen Nahkampfsport-Verband (DNSV) als Dachorganisation fungiert die IFAR als Ausrichter dieses Wettbewerbs, der zugleich als wichtiger Gradmesser im internationalen Kalender dient. Nicht zuletzt gilt der Worldcup als Vorbereitung auf die World Games 2027 in Dänemark – ein weiteres Indiz dafür, dass RUKBO auf dem Sprung in den Kreis der global beachteten Sportarten ist.
Was ist eigentlich RUBKO?
RUKBO steht für ein modernes Verständnis von Kampfsport. Die Disziplin kombiniert Elemente aus verschiedenen Systemen und legt den Fokus auf ein ganzheitliches, praxisnahes Training. Schnelligkeit, Reaktionsfähigkeit, Kraft und Ausdauer sind ebenso gefragt wie mentale Stärke, Disziplin und Respekt. Anders als traditionelle Kampfkünste folgt RUKBO keinem starren Regelwerk, sondern entwickelt sich stetig weiter – orientiert an realen Anforderungen und den Bedürfnissen der Sportler.
Tiengen wird damit zum Treffpunkt der internationalen Kampfsportelite. Athletinnen und Athleten aus elf Nationen – darunter Deutschland, die Schweiz, Kasachstan, die USA, Israel, die Ukraine, Belgien, die Niederlande, Polen, Tadschikistan und Tschechien – haben ihr Kommen angekündigt. Die feierliche Eröffnung findet am Samstag, 25. April, um 10 Uhr statt.
Tiengen überzeugt das Trainerteam
Dass dieses Ereignis ausgerechnet in der Region ausgetragen wird, ist maßgeblich dem Engagement des DNSV zu verdanken. Das ganze Trainerteam brachte Tiengen für diesen Event ins Gespräch: „Wir haben uns viele verschiedene Sporthallen angesehen und dachten uns – das können wir bei uns besser machen“, erklärt Igor Stübing, Trainer des Irbis Free Fighting Club in Tiengen. Sein Enthusiasmus ist spürbar, ebenso wie der Stolz: „Wir sind stolz, diesen Event hierher bringen zu können!“
Hinter den Kulissen läuft die Organisation längst auf Hochtouren. Von der internationalen Logistik über die Unterbringung der Delegationen bis hin zur Gestaltung von Pokalen und Werbemitteln – eine solche Veranstaltung verlangt nach minutiöser Planung. „Viele kleine und große Dinge müssen organisiert werden“, heißt es aus dem Organisationsteam, das sich der Herausforderung mit bemerkenswerter Professionalität stellt.
Real Universal Kombat Boxing (RUKBO)
Die Nahkampfsportart ist eine Kombination aus Sambo, MMA, Judo und weiteren Kampfsportarten – inklusive Schlag-, Tritt-, Wurf- und Bodentechniken. Darum geht es: Realitätsnähe: Fokus auf effektive Selbstverteidigung, mit Sparring und praxisnahen Szenarien. Universalität: Vielseitiges System, das auch den Einsatz von Alltagsgegenständen als Verteidigungsmittel einbezieht. Kombat: Betonung des praktischen, teils militärischen Charakters, relevant auch für Sicherheits- und Polizeitraining. Boxing: Starke Ausrichtung auf präzise, kraftvolle Fausttechniken und ausgefeilte Beinarbeit.
Für die Athletinnen und Athleten geht es indes um weit mehr als Medaillen. In einigen Ländern kann ein Sieg den entscheidenden Schritt in eine sportliche Karriere bedeuten. „Für manche Sportler ist ein Sieg hier lebensverändernd“, berichtet Stübing. In zentralasiatischen Staaten etwa würden erfolgreiche Kämpfer mit staatlichen Ehrungen bedacht, teils sogar persönlich von höchsten politischen Stellen empfangen. Entsprechend intensiv ist die Vorbereitung – viele trainieren täglich mehrfach.
Von Selbstverteidigung bis Vollkontakt
Der Wettkampf selbst verspricht ein breites Spektrum: In den Disziplinen Vollkontakt, Semikontakt, Kata und Selbstverteidigung treten Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Für die jüngsten Teilnehmer bis 14 Jahre gelten angepasste Regeln, die Sicherheit und sportliche Entwicklung gleichermaßen berücksichtigen.
Der Worldcup in Tiengen ist damit mehr als nur ein Turnier: Er ist Ausdruck einer Bewegung, die sich international etabliert und zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für die Region bietet sich die Gelegenheit, Teil dieser Entwicklung zu sein – als Gastgeber eines sportlichen Großereignisses, das Athletik, Leidenschaft und kulturellen Austausch vereint.
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