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Mythos oder Wahrheit: Bekommen Grundsicherung-Empfänger mehr als Geringverdiener?

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09.08.2026

Es lohne sich kaum, oder gar nicht mehr, zu arbeiten. Und Empfängerinnen und Empfänger der Grundsicherung würden teilweise mehr Geld auf ihr Konto bekommen als Personen, die für einen geringen Lohn arbeiten. Diese beiden Behauptungen sind Teil der Debatte, die sich in Deutschland seit vielen Jahren rund um die Arbeitslosigkeit und die Grundsicherung dreht. Fragt sich: Stimmt das? Oder ist zumindest etwas dran? Wir haben eine Expertin und einen Experten des Sozialrechts gefragt.

Können Grundsicherung-Empfänger mehr Geld als Geringverdiener bekommen?

Die pauschale Annahme, dass Empfänger der Grundsicherung mehr Geld bekommen als Geringverdiener, beruht auf einem Irrtum. Das stellte Rechtsanwalt Thomas Franz auf Anfrage unserer Redaktion klar. „Grundsätzlich hat ein Geringverdiener nicht weniger Geld zur Verfügung als ein Grundsicherungsempfänger“, klärte der Fachanwalt für Sozialrecht auf. Allerdings seien Konstellationen denkbar, in denen es tatsächlich der Fall sein könnte, dass Arbeitnehmer schlechter wegkommen als Empfänger des Grundsicherungsgeldes.

Grundsätzlich hat ein Geringverdiener nicht weniger Geld zur Verfügung als ein Grundsicherungsempfänger. Gleichwohl sind Konstellationen denkbar, in denen dies der Fall sein könnte.

Grundsätzlich hat ein Geringverdiener nicht weniger Geld zur Verfügung als ein Grundsicherungsempfänger. Gleichwohl sind Konstellationen denkbar, in denen dies der Fall sein könnte.

Thomas Franz, Fachanwalt für Sozialrecht, auf Anfrage unserer Redaktion

Diese Grundlage bestätigt Katharina Lorenz, die als Leiterin der Abteilung Sozialpolitik für den SoVD-Landesverband Niedersachsen arbeitet. Sie kennt die beiden Glaubenssätze gut. Sie seien „gesellschaftlich so stark verankert, weil einzelne Beispiele sehr präsent“ seien und „emotional wirken“ würden, erklärte sie unserer Redaktion. „Geschichten wie ‚jemand arbeitet und hat am Ende weniger als jemand ohne Arbeit‘ verbreiten sich schnell“, ergänzt Lorenz: „Solche Einzelfälle können Vorurteile verstärken und Neid oder Ablehnung........

© Südkurier