„Die Stadt gehört allen“: Jugendliche sollen endlich auch ihren eigenen Platz bekommen
Es sind deutliche Worte, die Bürgermeisterin Monika Laule gleich zu Beginn des Tagesordnungspunkts in der jüngsten Gemeinderatssitzung fand: „Die Jugend ist ein integraler Bestandteil unserer Stadtgesellschaft.“ Es sei wichtig, „dass sich Radolfzell als generationengerechte Stadt versteht“ - und dass daher auch den Jugendlichen ein Platz in der Innenstadt zur Verfügung gestellt wird, an dem sie sich ohne Aufsicht treffen und gemeinsam ohne Konsumzwang Zeit verbringen können.
Der Wunsch danach besteht schon sehr lange - durch ein Positionspapier des Jugendgemeinderats und Konflikte zwischen Jugendlichen und Anwohnern am Gerberplatz hat das Vorhaben allerdings an Fahrt aufgenommen. Nachdem die Stadt sich mit Jugendlichen im Mai potenzielle Standorte angesehen hat, war es nun am Gemeinderat, grünes Licht für zwei unterschiedliche Jugendräume zu geben - und den Weg zu ebnen für weitere Vorhaben.
Konkret soll in der Güttinger Straße 3, also in direkter Nachbarschaft zur Polizei, ein Treffpunkt unter einem Unterstand entstehen, der etwa mit Steckdosen, Beleuchtung, Begrünung, Sitzgelegenheiten und einem mobilen Toiletten-Wagen ausgestattet werden soll. Kosten soll das 76.000 Euro, wobei 4000 Euro an privaten Spenden bei der Stadt eingegangen sind. An Folgekosten rechnet die Stadt laut den Sitzungsunterlagen mit rund 1500 Euro pro Jahr. Zudem soll auf der Westseite des Milchwerks Jugendlichen eine Graffiti-Wand zur Verfügung gestellt werden, an der diese sich künstlerisch betätigen können. Für eine vorbereitende Grundierung rechnet die Stadt mit Kosten in Höhe von 2000 Euro.
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