30 Millionen Euro und kein Schatten: Ein Kreisel in Brüssel wird zum Sinnbild bürokratischen Scheiterns
Die Visitenkarte der europäischen Hauptstadt flimmert dieser Tage in der Sommerhitze. Sie besteht aus einer runden, überdimensionierten Betonfläche, auf der Passanten vergeblich nach Schatten oder Bänken suchen. Dieser Ort im Herzen des EU-Viertels – der Schuman-Kreisverkehr – ist von einem Prestigeprojekt zu einem Sinnbild des Scheiterns geworden. Dabei wird kaum ein Platz so häufig fotografiert, gefilmt und live in die Welt übertragen wie jener zwischen dem Sitz der EU-Kommission, dem Ratsgebäude und dem Europäischen Auswärtigen Dienst. Hier treffen sich Staats- und Regierungschefs zu Gipfeln. Korrespondenten schalten vor dem monströsen Berlaymont. Touristen ziehen über die Betonboulevards durchs Viertel, das gesäumt ist von stählernen Bürokomplexen und Verwaltungsburgen. Tausende Beamte strömen täglich aus der Metro. Benannt nach dem EU-Gründervater Robert Schuman, ist der Kreisverkehr so etwas wie das politische Zentrum Europas. Als „Visitenkarte“ für Brüssel bezeichnete ihn Pascal Smet, der frühere Brüsseler Minister für Mobilität und Stadtentwicklung.
Brüssel startete Sanierung des Schuman-Platzes für 30 Millionen Euro
Er war es, der einst die Sanierung des symbolträchtigen Platzes mit einem anfänglichen Gesamtbudget von rund 30 Millionen Euro angestoßen hatte. „Der einzige Grund, hier sein zu wollen, ist, mit seiner Freundin Schluss zu machen und dann so schnell wie möglich wegzurennen“, ließ er sich von Brüsseler Medien zitieren. Treffender lässt sich kaum beschreiben, welchen........
