„Akt grober Illoyalität“: Der Zorn des Kanzlers auf Orbán wächst
Als Friedrich Merz kurz vor Mitternacht in den Pressesaal der deutschen Delegation im Brüsseler Ratsgebäude schreitet, wirkt er gereizter als sonst nach EU-Gipfeln, fast schon genervt. Gut zwölf Stunden haben der Bundeskanzler (CDU) und die europäischen Partner debattiert. Doch es fühle sich an „wie zwei Tage“, sagte Merz. Tatsächlich zeigte die Zusammenkunft der 27 EU-Staats- und Regierungschefs diese Woche eine Sache so deutlich wie selten: Sie können dem Geschehen in der Welt mehr oder weniger nur hilflos zuschauen. Während der Kanzler eigentlich Europas Wettbewerbsfähigkeit in den Mittelpunkt dieses Spitzentreffen rücken wollte, prägten stattdessen zwei Kriege den Gipfel. Bei beiden fand die EU keine Antwort.
Handlungsunfähig zeigte sich die Gemeinschaft mit Blick auf die Ukraine. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán blockierte Finanzhilfen für Kiew – trotz seiner politischen Zusage im Dezember. Dementsprechend aufgebracht waren die Partner. „Wir sind uns einig, dass........
