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Italien ohne Kinder: Warum die Geburtenrate sinkt und was das bedeutet

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18.05.2026

Silvia und Francesco sind seit zehn Jahren ein Paar. Francesco ist 43 Jahre alt, Silvia 40. Die beiden leben in der toskanischen Kleinstadt Pistoia, 40 Kilometer westlich von Florenz. „Ich mag unser Leben“, sagt Silvia. Sie ist in einer Modefirma beschäftigt, geht in ihrer Freizeit gerne shoppen. Francesco spielt Tennis, er arbeitet bei einer Firma, die Pflanzen exportiert. Die Wochenenden verbringt das Paar mit Freunden und Familie. Zwei Einkommen, keine Kinder, die beiden leben gut. Kürzlich haben sie eine Eigentumswohnung gekauft und sich damit einen lang ersehnten Traum erfüllt. Dass das Paar keine Kinder hat, ist eine ganz bewusste Entscheidung. „Keiner von beiden war dazu bereit“, sagt Francesco.

Kinderlose Paare wie Silvia und Francesco liegen im Trend. Gerade erst hat das italienische Amt für Statistik einen neuen Tiefstand der Geburtenrate in Italien verkündet. Im Jahr 2025 lag sie bei nur noch 1,14 Geburten pro Frau und damit so niedrig wie noch nie. Gerade einmal 355.000 Kinder kamen im vergangenen Jahr in Italien auf die Welt, es gab fast 300.000 mehr Todesfälle als Geburten.

Sinkende Geburtenrate ist ein Risiko für die Sozialsysteme

Wie das? Früher galt Italien als Bambini-Paradies. In den 60ern kamen jährlich noch über eine Million Kinder pro Jahr zur Welt. Die Figur der kinderlieben „Mamma“ war omnipräsent. Das „pranzo della domenica“, das sonntägliche Mittagessen in der Großfamilie, war wichtiger als die heilige Messe. La famiglia kam zusammen – alles wurde hier geregelt, von den Alltagssorgen bis zur Berufssuche. Doch die Familie in ihrer damaligen Form ist ein Auslaufmodell. Auch in Italien.

Die Entwicklung hat drastische Folgen: Die römischen Statistiker von Istat prognostizieren, dass die Zahl der heute 59 Millionen Italienerinnen und Italiener bis 2080 um etwa 13,1 Millionen auf etwa 45,8 zurückgehen wird. Der negative Trend hat Folgen für die Sozialsysteme und die Wirtschaft. Die Beitragsempfänger werden immer mehr, die Beitragszahler immer weniger. Gesundheitskosten steigen stark an. Eine schrumpfende Bevölkerung bremst auch das Wachstumspotenzial. Seit Langem ist Italien neben Spanien, Malta und Litauen eines der Länder mit der........

© Südkurier