Bürgerwehren gegen Migranten
Der Streifzug begann am vergangenen Donnerstag um Punkt 21.30 Uhr. Zunächst startete ein Trupp von etwa 30 Personen. „Mehr Sicherheit“, forderten sie. „Die Stadt verteidigen“, lautete eine der ausgegebenen Parolen. Wenig später folgten Sprechchöre gegen „nordafrikanische Dealer“. Immer mehr, vor allem jüngere Männer, schlossen sich der nicht genehmigten Demonstration an. Am Ende marschierten rund 300 Menschen durch Rozzano, einen berüchtigten Vorort im Süden Mailands. Die Rechtsregierung von Giorgia Meloni hatte die Gemeinde 2024 in einem Gesetzesdekret als sozialen Brennpunkt benannt. Damit sollte städtebauliche Sanierung und soziale Infrastruktur sowie erhöhte Polizeipräsenz ermöglicht werden. Bislang offenbar ohne Ergebnisse.
Dabei ist Sicherheitspolitik das Gründungsversprechen dieser Regierung. Meloni inszenierte sich früh als Premierministerin, die den Staat in die verlorenen Vorstädte zurückbringt. Rozzano ist der einzige Ort in Norditalien, der in das entsprechende Programm aufgenommen........
