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Drohungen, Vandalismus und Anfeindungen in der Radolfzeller Innenstadt

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17.07.2026

„Geht dahin zurück, wo ihr herkommt“ – ein Satz, der häufig im Zuge von Ausländerfeindlichkeit oder Rassismus fällt. Doch wo ist überhaupt „zurück“, wenn man hier geboren ist?

Selcan Babür führt gemeinsam mit ihrem Vater „Emre’s Änderungsschneiderei“ in der Kaufhausstraße in Radolfzell. Das Geschäft gibt es dort seit 20 Jahren, der Kundenstamm ist groß, das Vertrauen spiegelt sich unter anderem in Bewertungen mit 4,8 Sternen auf Google wider. Und doch kommt es immer wieder zu Vorfällen, die sich gegen die Familie, ihre Herkunft und ihren Glauben richten.

„Wir dulden keine Ausländer“

Erst kürzlich fand Babür beim Aufschließen einen Zettel an der Ladentür: „Wir dulden keine Ausländer hier“, stand darauf, daneben das Bild einer verschleierten Frau. „Warum schreibt man so was?“, fragt sich die Schneiderin, die hier in Radolfzell geboren und aufgewachsen ist. Sie und ihre Familie gehören zur Glaubensgemeinschaft der Aleviten, stehen damit für Gleichberechtigung, für Demokratie und für Menschlichkeit. „Aber es kommt doch auch gar nicht darauf an, welchen Glauben man hat – es kommt ganz darauf an, was man für ein Mensch ist“, betont sie. „Meine Religion hat nichts mit meiner Arbeit zu tun.“

Und doch sind Zettel wie diese keine Seltenheit. Schon früher seien ähnliche Botschaften an der Scheibe der Schneiderei gehangen, darunter „Wir dulden hier keine Verschleierten“ oder „Ausländer raus“. Einmal sei sogar die Scheibe eingeschlagen worden. Ob es sich dabei um Rassismus oder reinen Vandalismus handelte, ließ sich nicht beweisen.

Auch das Restaurant Levante ist........

© Südkurier