Einer von 40.000! Mein erster Halbmarathon zwischen Einhorn-Stirnbändern und Alphornbläsern
„Zehn, neun, acht, sieben, sechs.“ Die Sekunden werden heruntergezählt, als ich unter tausenden Menschen auf der Straße des 17. Juni stehe, mitten im Berliner Tiergarten. Vor mir die Siegessäule, in meinem Rücken das Brandenburger Tor. Für die grandiose Kulisse habe ich allerdings keinen Blick, als mir ein Zitat meines Trainers Jeffrey McEachern durch den Kopf geht. Sinngemäß sagte er: „Alt zu werden bedeutet, nichts Neues mehr auszuprobieren.“
Genauso versuche ich mein Leben zu leben – auch wenige Wochen vor meinem 50. Geburtstag. Ich bin neugierig und mache Dinge, die andere bisweilen als verrückt bezeichnen. So bin ich nach Taiwan gereist, habe in Neuseeland einen Bungeesprung gemacht – und mir sogar ein klassisches Konzert angehört. Viel exotischer geht es kaum. Nur an das selbstgemachte Kimchi meiner Frau habe ich mich bisher nicht herangetraut.
Nun also der Berliner Halbmarathon. Mehr als 40.000 Starter. 21,0975 Kilometer. „Fünf, vier, drei, zwei, eins.“ Der Startschuss ertönt – und ich tue das, was ich in den letzten acht Wochen, unterstützt von Coach Jeffrey von der Firma Peloton, fast täglich gemacht habe: Ich laufe. Inmitten einer bunten Menge aus aller Herren Länder. Eine Frau feiert........
