Klangreise zwischen Orient und Okzident
Eine Klangreise zwischen Orient und Okzident: Cellistin Ariana Burstein und Gitarrist Roberto Legnani gaben im Zuge ihrer Tournee „30 Jahre Duo“ im Jüdischen Museum im Rothschild-Saal in Gailingen ein Konzert. Das Publikum kam zahlreich. Kein Platz ist frei geblieben, als die beiden Künstler ihr Publikum auf eine besondere musikalische Reise mitnahmen.
Atmosphäre von Ruhe, Tiefe und feiner Spannung
Seit drei Jahrzehnten stehen Burstein und Legnani gemeinsam auf der Bühne. Ihr Zusammenspiel von Violoncello und Gitarre gehört zu den seltenen, aber besonders harmonischen Besetzungen der Kammermusik. Beide Instrumente ergänzen sich in ihrem warmen Klangspektrum und schaffen eine Atmosphäre von Ruhe, Tiefe und feiner Spannung. In diesem Dialog entsteht Musik, die zugleich meditativ wirkt.
Ariana Burstein wurde in Buenos Aires geboren und erhielt ihre musikalische Ausbildung in Südamerika, Israel und Deutschland. Nach frühen Wettbewerbserfolgen und internationalen Konzerttätigkeiten lebt sie seit vielen Jahren in Deutschland. Roberto Legnani studierte in Freiburg und ist als Gitarrist, Komponist und Autor international tätig. Konzertreisen führten ihn durch Europa, Israel, die USA und nach Südkorea; zudem wirkte er an zahlreichen Rundfunk- und Fernsehproduktionen mit.
Zusammenspiel über viele Jahre entwickelt und verfeinert
Das Publikum in Gailingen erlebte eine virtuose Klangreise zwischen Orient und Okzident, vom Morgen- bis ins Abendland. Die Musik führte durch unterschiedliche Zeiten und Kulturen und verband Erinnerungen, Geschichten und Menschen. In den vorgetragenen Stücken wurden Bilder alter Handelswege lebendig, auf denen Karawanen ziehen, ebenso wie weite Landschaften und leidenschaftliche, Flamenco-hafte Klangfarben. In Vittorio Montis berühmter „Csárdás“ wurde zum Ende des Konzerts besonders spürbar, wie sehr die beiden Künstler ihr Zusammenspiel über viele Jahre hinweg entwickelt und verfeinert haben. Präzision, musikalische Sensibilität und eine intensive künstlerische Präsenz prägten das Konzert.
Das Jüdische Museum in Gailingen
Der Verein für jüdische Geschichte in Gailingen wurde im April 1997 durch die Initiative engagierter Bürgerinnen und Bürger und der Gemeinde Gailingen als „Förderverein Bürgerhaus Gailingen“ gegründet. Das Bürgerhaus war ehemals die jüdische Schule und Wohnsitz des Kantors und Bezirksrabbiners. Ziel des Museums im Gailinger Bürgerhaus ist es, die jüdische Vergangenheit der Hochrheingemeinde Gailingen weiter lebendig zu halten. Das ehemalige jüdische Schulhaus direkt gegenüber dem Standort der einstigen Synagoge soll als Erinnerungs- und Begegnungsort für Menschen aller Generationen und Kulturen ausgestaltet bleiben. Austausch, Teilhabe und Interaktion stehen im Zentrum der Veranstaltungen, erklärt Museumsleiterin Ina Appel. Als Basis für diese Zielorientierung sieht sie eine qualitativ gute, innovative museumspädagogische Vermittlungsarbeit, ein spartenübergreifendes Veranstaltungsangebot und die wissenschaftliche Aufarbeitung der Museumssammlung.
Der Abend im Rothschild-Saal wurde vom Publikum mit lang anhaltendem und herzlichem Beifall aufgenommen – ein stimmungsvoller Moment, der zeigte, wie unmittelbar Musik verbinden kann. Das Konzert war damit nicht nur ein Rückblick auf drei Jahrzehnte gemeinsamer künstlerischer Arbeit, sondern auch ein lebendiges Zeichen dafür, wie kraftvoll und berührend der Dialog zwischen Cello und Gitarre sein kann.
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