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Die Kinderfrage als Ausdruck von Feminismus

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25.03.2026

Davina Nolle und Nina Fouchs kennen sich nicht, haben aber mehr gemeinsam als es auf den ersten Blick scheint. Beide bezeichnen sich als Feministinnen, obwohl sie kaum unterschiedlichere Lebensrealitäten verkörpern könnten. Nolle ist mehrfache Mutter, Fouchs dagegen hat sich mit 21 Jahren sterilisieren lassen. Im SÜDKURIER-Studio, moderiert von Pauline Filthaut, treffen die beiden Frauen für eine Diskussion über die Kinderfrage im Feminismus aufeinander.

Angst, sich selbst zu verlieren

Nina Fouchs sitzt in ihrer Wohnung in Rheinfelden auf der Couch und nippt an ihrem Tee. Ganz gelassen spricht die 21-Jährige über ihre frühe Entscheidung gegen eigene Kinder. Ein halbes Jahr ist ihre Sterilisation her. Bei einer Laparoskopie – eine Art Bauchspiegelung – wurden ihre Eileiter dauerhaft verschlossen. Schwanger werden kann sie jetzt nur noch durch künstliche Befruchtung. „Das wird aber nicht passieren“, sagt sie entschlossen. Für den Eingriff gab es mehrere Gründe. Durch ihre alleinerziehende Mutter habe sie früh miterlebt, wie viel Aufopferung Kinder erforderten, erzählt Fouchs. „Ich wusste, ich möchte diese Arbeit nicht leisten.“ Auch Angst spielte eine große Rolle. Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft oder Abtreibung, nachdem sie sich gegen hormonelle Verhütung entschied. Ihre Antwort auf die Frage, wovor sie sich am meisten fürchtete, formuliert sie noch drastischer: „Mich selbst zu verlieren.“

„Für mich wäre es jetzt ein Unding, alleine in meiner Wohnung zu sitzen.“

„Für mich wäre es jetzt ein Unding, alleine in meiner Wohnung zu sitzen.“

Davina Nolle, Mehrfach-Mutter

Konfrontiert mit dieser Aussage, wird Davina Nolle im Studio nachdenklich. Ganz falsch sei das wohl nicht, sagt sie. „Zeitweise mag das sein, dass man dazu neigt, sich zu verlieren.“ Auch sie habe das erlebt. „Das zu erkennen, war hart. Meine Erwartungshaltung an mich selbst war extrem hoch.“ Trotzdem dürfe man als Mutter auch egoistisch sein. Kinder bräuchten vor allem eine authentische Mama. Nina Fouchs betont, dass sie sich trotzdem lieber selbst priorisiere. „Ich habe mein Leben auf andere Art und Weise bereichert“, findet sie.

Diese Aussage teilt Nolle persönlich nicht. „Mir ging es gerade anders“, entgegnet sie ihrer Diskussionspartnerin. „Dadurch, dass ich Kinder habe, ist es für mich tatsächlich so, dass ich jetzt die beste Variante von mir selber bin.“ Trotzdem zeigt Nolle Verständnis für ihr Gegenüber. Auch ihre eigenen Töchter würde sie unterstützen, sollten diese sich je gegen Kinder entscheiden. „Ich bin lange genug Mutter, um........

© Südkurier