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Jetzt geht der Wunsch endlich in Erfüllung! Die Güttinger Gemeindescheune ist feierIich eröffnet

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15.03.2026

Mit einer Einweihungsfeier wurde die Güttinger Gemeindescheune jetzt endlich ihrer neuen Bestimmung übergeben. Ab sofort können die örtlichen Vereine und Bürger die Räumlichkeiten in der Ortsmitte für ihre Zwecke nutzen. Größter Nutznießer der sanierten Scheune wird der Narrenverein der Schimmelreiter sein, der im Obergeschoss unter dem Dach einen Versammlungs- und Veranstaltungsraum erhält.

Damit ist rund 20 Jahren nach der ersten Idee von einer gemeinschaftlich zu nutzenden Gemeindescheune im Ortsteil Güttingen dieser Wunsch nun endlich Wirklichkeit geworden. Drei verschiedene Ortsvorsteher haben sich in der Vergangenheit mit der Thematik beschäftigen müssen. Ihnen, den Gemeinde- und Ortschaftsräten , den beteiligten Vereinen und freiwilligen Helfern sowie den städtischen Mitarbeitern dankten die Beteiligten bei der Einweihungsfeier. Denn es benötigte eine große gemeinschaftliche Anstrengung, um die Gemeindescheune Wirklichkeit werden zu lassen.

Der lange Weg zur Gemeindescheune

Grund für das langwierige Verfahren war wie so oft das fehlende Geld. Denn schon früh war klar, dass die aus dem Jahr 1751 stammende Scheune eine umfassende und entsprechend kostenintensive Sanierung nötig hatte. Nachdem der Radolfzeller Gemeinderat im Jahr 2018 unter dem Vorbehalt einer staatlichen Bezuschussung grundsätzlich sein Einverständnis erteilt hatte, dauerte es am Ende schließlich rund weitere sechs Jahre, bis die Gemeindescheune endlich den Bürgern des Ortes zur Verfügung stehen konnte. Denn die Förderung wurde zunächst abgelehnt.

Die Gemeindescheune in Güttingen soll laut Stadt Radolfzell künftig ein lebendiger Treffpunkt für die Vereine, Feste und gemeinschaftliche Aktivitäten sein. In seiner langen Geschichte - erbaut wurde das Gebäude schon 1751 - war die Scheune als Zehnscheuer, Feuerwehrhaus und Abstellraum genutzt worden. Nach der Sanierung ist dort ein Multifunktionsraum, eine Küche, ein Versammlungsraum im Obergeschoss und eine Toilette vorhanden. 

Erst mit der Wahl von Oberbürgermeister Simon Gröger nahm das Projekt dann wieder Fahrt auf. Der hatte bereits im Wahlkampf zu dem Amt den Güttingern seine Unterstützung bei der Umsetzung zugesagt. „Und er Wort gehalten“, stellte Ortsvorsteher Manfred Hiller bei der Einweihungsfeier fest. Nicht zuletzt durch seine Bemühungen habe das Land für die Sanierung des Gebäudes 675.000 Euro aus dem Fördertopf „Entwicklungsprogramm ländlicher Raum (ELR) zugesagt. Den Förderbescheid überbrachte die damalige Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer im Mai 2023 persönlich in Güttingen.

„Im Prinzip haben wir alles abgebaut und wieder neu aufgebaut“

Aber es brauchte noch viele andere Beteiligte, um die Gemeindescheune Wirklichkeit werden zu lassen. Neben den beauftragten Architekten, Handwerkern und städtischen Mitarbeitern haben die örtlichen Vereine 275 Arbeitsstunden bei der Umsetzung geleistet.

Trotzdem wurden aus den ursprünglich geschätzten Kosten von einer Million Euro dann am Ende etwas mehr als zwei Millionen Euro. Die waren im wesentlich den massiven Preissteigerungen im Verlauf der langen Planungszeit sowie dem baulichen Zustand des Gebäudes geschuldet, wie die Verantwortlichen berichteten. „Im Prinzip haben wir alles abgebaut und wieder neu aufgebaut. Nur wenige Elemente sind noch original“, erläuterte Architekt Detlef Kalkowski vom Architekturbüro Uli Fritz aus Konstanz.

Ein ganz besonderes Lob für sein Engagement erhielt bei der Eröffnungsfeier der Güttinger Andreas Bohl. „Ohne dich gäbe es das Gebäude in dieser Form wahrscheinlich nicht“, stellte Manfred Hiller in seiner Festrede fest. Andreas Bohl war in seiner Eigenschaft als  privater Bauträger und Mitglied der Schimmelreiter besonders aktiv bei der Umsetzung. Und zur großen Freude aller Beteiligten organisierte er im Anschluss auch noch den Kauf eines angrenzenden Bauerngartens, der künftig ebenfalls zur Nutzung der Gemeindescheune gehören soll. Innerhalb weniger Wochen sammelte Andreas Bohl die Spendensumme von stolzen 91.000 Euro bei spendenwilligen Bürgern ein. „Das ist wirklich der Wahnsinn“, lobte Oberbürgermeister Simon Gröger die ungewöhnliche Aktion.

Ab sofort steht die Gemeindescheune nun als neuer „Treffpunkt in der Ortsmitte“, wie Manfred Hiller es ausdrückte, zur Verfügung. Am Sonntag fand zudem ein Tag der offenen Tür statt, auf dem sich Bürger in den Räumlichkeiten umschauen konnten. 

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78315 Radolfzell Icon Haken im Kreis gesetzt Icon Plus im Kreis

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© Südkurier