Flugtaxis und waghalsige Manöver: Was die Aero 2026 für Luftfahrt-Fans bereithält
Kurz vor dem Start der Aero wird in den Hallen noch an allen Ecken gewerkelt. Da wird geschraubt, poliert und aufgebaut, damit pünktlich zum Start der Luftfahrtmesse am Bodensee alles fertig ist. Von 22. bis 25. April zeigen rund 860 Aussteller aus 50 Nationen in Friedrichshafen die aktuellen Trends der Branche.
Volocopter fokussiert sich auf kurze Strecken in Großstädten
Zwischen all den Motorflugzeugen, Hubschraubern, Segelfliegern, Ultraleichtflugzeugen und Drohnen mutet ein Fluggerät schon fast futuristisch an. Der sogenannte Volocopter erinnert optisch an eine Mischung aus Helikopter und Drohne. Angetrieben wird er von 18 Motoren, die kreisförmig über der Kabine angeordnet sind. Der Volo City, der bei der Messe in Friedrichshafen zu sehen ist, wurde als Flugtaxi entwickelt und soll den Luftverkehr in Großstädten revolutionieren.
Der Multikopter startet und landet senkrecht, wird elektrisch angetrieben und soll laut Markus Hinkel von der Volocopter GmbH aus Bruchsal besonders leise sein. „Die extrem niedrige Geräuschemission wird in den lärmgeplagten Städten maßgeblich zur Akzeptanz beitragen“, ist er überzeugt. Das Fluggerät kann zwei Personen transportieren. Aktuell wird noch ein Pilot benötigt, in fünf bis sechs Jahren soll das Flugtaxi autonom unterwegs sein. „Wir haben bereits mehr als 2000 Testflüge in allen Teilen der Welt absolviert – über Singapur, Paris, Stuttgart, Helsinki und New York“, sagt Markus Hinkel.
Flugtaxi-Hersteller will 2027 Passagierflüge starten
Ursprünglich wollte der badische Flugtaxi-Hersteller, der mittlerweile von einem chinesischen Konzern übernommen worden ist, schon vor zwei Jahren die ersten Passagiere mit dem vollelektrischen Fluggerät transportieren. Daraus wurde nichts, jetzt soll es im kommenden Jahr so weit sein, kündigt Markus Hinkel in Friedrichshafen an. Auch die Zahl der Passagiere, die der Großstadt-Shuttle transportieren kann, soll über die kommenden Jahre noch ausgebaut werden.
Einige Hallen weiter findet sich ein Fluggerät, das einige Nummern kleiner und insbesondere leichter ist. Der Evocopter zählt zu den Ultraleicht-Helikoptern. Der Gründer des bayerischen Unternehmens, Paul Ressle, hat selbst 45 Jahre Erfahrung in der Luft. Er musste feststellen, dass die vorhandenen Hubschrauber im Ultraleichtbereich weder ausgereift noch sicher waren. Also macht er sich mit seinem Team selbst an die Arbeit und entwickelte innerhalb von fünf Jahren den ClassiX.
Piloten werden selbst zu Gründern und Entwicklern
„Die Zeitspanne war sportlich, die Umsetzung ein Abenteuer“, erzählt er kurz vor dem Start der Aero in Friedrichshafen. Am Bodensee stellt er seinen Helikopter einer breiteren Öffentlichkeit vor. „Ich gehe nicht davon aus, dass jemand bei der Messe einen Hubschrauber kauft“, sagt der Gründer aus Schongau. Interessenten wollen ein Fluggerät vor der Unterschrift unter dem Kaufvertrag normalerweise probefliegen. Er freut sich aber auf einen spannenden Austausch. Den erwartet auch Sandra Kälin. Die Pilotin hat gemeinsam mit ihrem Mann, einem Flugzeugspengler, vor rund 15 Jahren ihr eigenes Unternehmen gegründet. Ihre aktuelle Mission: ein Flugzeug, das Piloten von der Ausbildung bis zur anspruchsvollen Mission in allen Lebenslagen begleitet.
Wer Flugzeuge in Aktion sehen will, der ist am Messesamstag bei der Airshow richtig. Los geht es um 11.30 Uhr mit den Flying Bones, die mit Fallschirmsprüngen den Himmel über dem Messegelände in eine Bühne verwandeln. Danach übernehmen Nico und Ralf Niebergall: Vater und Sohn fliegen in enger Formation. Den Abschluss setzen die Flying Bulls: Pilot Mirko Flaim demonstriert, was ein Hubschrauber mit Loopings, Rollen und mehr alles kann. Im Anschluss findet von 14 bis 15 Uhr ein Meet and Greet mit den Airshow-Piloten auf der Business Aviation Dome Stage statt.
Die Aero in Friedrichshafen geht vom 22. bis zum 25. April wieder an den Start. Angekündigt sind 860 Aussteller aus mehr als 50 Ländern. Für große und kleine Luftfahrt-Fans dürfte vor allem der Messesamstag spannend werden, denn dann gibt es neben der traditionellen Airshow auch eine Kids-Area, die speziell für die jüngsten Besucherinnen und Besucher gestaltet ist. Preisreduzierte Familientickets für 39 Euro sind am Samstag an den Tageskassen erhältlich. Von Mittwoch bis Freitag hat die Messe von 9 bis 17 Uhr geöffnet, am Samstag von 9 bis 16 Uhr. Die Tageskarte kostet online 39 Euro, an der Tageskasse 49 Euro. Studenten und Azubis zahlen 19 beziehungsweise 29 Euro, Nachwuchspiloten zwischen sechs und 17 Jahren bezahlen 5 Euro/10 Euro. Für Kinder bis fünf ist der Eintritt frei. Ermäßigungen gibt es für Rentner und Menschen mit Behinderung. Informationen zur Messe gibt es hier.
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