„Die Ausflüge des Herrn Brouček“ in Bregenz: Hilfe, Hussitenkriege - wer holt ihn da raus?
Matěj Brouček hat alles, was er braucht: Ein kleines Häuschen mit Fernseher und Fernsehsessel, und das Bier dazu wird ihm direkt von der Kneipe nebenan ins Wohnzimmer gebracht. Mehr braucht er nicht. Das Problem ist allerdings, dass er trotzdem mehr hat: lärmige Nachbarn, säumige Mieter, ein streitendes Paar nebenan. Und dann macht die Frau dieses Paares auch noch ihm, Brouček, Avancen, nur um ihren Freund eifersüchtig zu machen. Kann man nicht einfach mal seine Ruhe haben? Sehnsüchtig blickt Brouček hoch zum Vollmond: Sicher sind deine Leute dort glücklicher als wir Erdenbewohner, seufzt er. Auch Steuerbeamte und Zeitungen mit ihren schrecklichen Nachrichten gibt es dort nicht. Es muss das Paradies sein. Und ob es nun die Wirkung des Biers ist oder die reine Wirklichkeit, jedenfalls hebt Broučeks Häuschen plötzlich ab, dreht sich wie ein Raumschiff im All - und landet auf dem Mond. Dort allerdings ist es dann doch ganz anders, als Brouček es sich vorgestellt hatte.
Mit dieser Szene beginnt die Oper „Die Ausflüge des Herrn Brouček“ von Leoš Janáček, die bei den Bregenzer Festspielen als Oper im Festspielhaus ihre Premiere hatte. Es sind meist Raritäten, die dort - abseits des populären Spiels auf dem See - gezeigt werden. Und nach George Enescus „Oedipus“ im vergangenen Jahr hat Festspiel-Intendantin Lilli Paasikivi nun erneut eine glückliche Hand bei der Wahl des Stoffes gezeigt. Janáčeks einzige komische, hierzulande aber praktisch unbekannte Oper über den bräsigen Prager Kleinbürger Brouček, der plötzlich aus seiner Komfortzone gerissen und sich in........
