Wo sich einst die Bodensee-Fischlein tummelten, pulsiert heute in Konstanz das städtische Leben
Die Stadt Konstanz wäre rein vom Grund und Boden viel kleiner, wenn die Menschen nicht bereits ab dem Mittelalter dem See Flächen abgerungen hätten. Aufschüttung der Flachwasserzone ist das wesentliche Stichwort. Und aufgeschüttet haben die Konstanzer noch bis in die Neuzeit.
Mittelalterliche Stadterweiterung in den Bodensee
Der Bodensee ragte im Mittelalter viel weiter in die Stadt hinein. Die Marktstätte beispielsweise wurde ab dem frühen 12. Jahrhundert schrittweise aufgeschüttet. Am östlichen Ende wurde um das Jahr 1220 das Spital zum Heiligen Geist angesiedelt, das Konzilgebäude als Kaufhaus mit neuer Lände um 1388. „Das Konzil wurde auf Pfählen erbaut“, berichtet Jürgen Klöckler, Leiter des Stadtarchivs Konstanz, und fügt an: „Ein Wunder, dass es heute noch steht.“
1398 war auf der seeseitigen Hälfte der Marktstätte noch ein Hafen mit Kaianlage, Mole und Slipanlage und rechts und links standen Häuser. „1398 war der große Stadtbrand, dem Stadelhofen, die Ostseite der Rosgartenstraße und die Südseite der Marktstätte zum Opfer fiel“, erinnert Historiker Daniel Groß. „1399 begann die große Aufräumaktion.“ Der Brandschutt diente dann als Aufschüttmaterial, mit dem 1399/1400 der Hafen in Richtung See vorgelagert wurde.
„Die........
