Wie umgeht man an Fasnacht Fettnäpfchen in Konstanz, Frau Zähringer?
Claudia Zähringer (geb. 1960 in Vöhrenbach) war schon immer an Fasnacht aktiv. 1980 kam sie aus beruflichen Gründen nach Konstanz. Bei der Narrengesellschaft Niederburg stand sie jahrzehntelang – allein 25 Jahre mit Norbert Heizmann – im Rampenlicht. 2025 verabschiedete sie sich von der großen Bühne. Im Narrenruhestand ist sie nicht. Sie moderiert die Narrenspiele, agiert beim Jakobiner-Tribunal als Pflichtverteidigerin und wurde im Januar mit dem Alefanz-Orden ausgezeichnet.
Fettnäpfchen lauern immer und überall, auch an Fasnacht. Bist Du schon reingedappt?
ZÄHRINGER: Ich bin kein so ein Fettnäpfle-Dapper oder ich bin ein guter Verdränger, aber ich kann mich an kein derartiges Ereignis erinnern. Außerdem ist es ja die Frage, wer sie aufstellt und aus welchen Gründen. Was mir granatenmäßig stinkt, ist die geheuchelte Wokeness und dass man auf alles und jedes Rücksicht nehmen sollte.
Geht Wokeness an Fasnacht? Schließlich ist es des Narren Pflicht, auch den Narrenspiegel vorzuhalten.
ZÄHRINGER: Würde man auf alle Rücksicht nehmen, dann wird es schwierig. Fasnacht ist dazu da, dass man Sachen benennt, die vielleicht ein wenig wehtun. Man muss nicht auf alle Befindlichkeiten Rücksicht nehmen. Es gibt viele Menschen, die von der katholischen Kirche überzeugt sind, deshalb darf man trotzdem die Institution aufs Korn nehmen. Letzten Endes ist es eine Geschmacksfrage und eine Frage des Anstands, worüber man Witze macht und worüber man lacht.
Zuzügler erleben am Schmotzigen einen Kulturschock. Wie kann man sie auf das Treiben in der Fasnachtshochburg Konstanz vorbereiten?
ZÄHRINGER: Da kann man niemanden wirklich drauf vorbereiten, denn es ist in der Stadt so viel los wie sonst nie. Überall ist Rambazamba. Ich kann nur raten: Ein Häs anziehen, in die Stadt gehen, mitmachen und alles auf sich wirken lassen. Es wird die Hölle los sein. Man trifft Mäschgerle, mit denen man es lustig hat, man tanzt, man singt. Was ich sehr schön finde: Wenn Fasnachtsgruppen unterwegs sind, die die Kleinsten im Kärrele mitnehmen.
Was zieht man am besten an?
ZÄHRINGER: Nie im Leben täte ich als Uhr oder als Weinfass gehen. Viel zu unpraktisch. Das wäre nichts für mich, denn damit kommt man in keine Wirtschaft rein, und ich möchte zwischendurch auch mal hinsitzen können. Außerdem musst Du ja auch noch was an die Leute naschwätze könne.
Damit spielst Du auf das traditionelle Schnurren an. Erklär mal unseren Fasnachtsfrischlingen, was das ist.
ZÄHRINGER: Nett ist, wenn man eine bestimmte Figur darstellt, in diese Rolle schlüpft und mit anderen Mäschgerle ins........
