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"Schwierigkeiten offenkundig": Verkehrsminister Hermann rechnet erst 2030 mit Stuttgart-21-Eröffnung

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10.04.2026

Herr Hermann, Sie waren immer ein Kritiker von Stuttgart 21. Wie froh sind Sie eigentlich, dass Sie den Tiefbahnhof nicht mehr eröffnen müssen?

HERMANN: Wenn mir vor fünfzehn Jahren jemand gesagt hätte, du machst drei Amtszeiten als Verkehrsminister und bist immer noch nicht bei der Einweihung dabei, dann hätte ich gesagt: Also nein, es wird zwar länger dauern und teurer werden, aber so lange geht es doch nicht. Beim Volksentscheid 2011 hat damals das Projekt noch formal drei Milliarden gekostet, mit einem Puffer auf bis zu 4,5 Milliarden. Ich musste mich beschimpfen lassen, weil ich gesagt habe: Das wird nie reichen und fertig wird es auch eher Anfang der 20er-Jahre. Das Projekt kostet aktuell formell 11,3 Milliarden, dazu kommen aber noch zwei Milliarden für die Digitalisierung des Knotens, auch der Pfaffensteigtunnel ist da nur teilweise enthalten.

Dachten Sie irgendwann mal, jetzt wird es was?

HERMANN: Es gab ja mal den Termin Jahresende 2025, und da dachte ich wirklich, der wird es. Da fängt man schon an, über passende und sicher nicht nur unkritische Worte für eine Eröffnungsrede nachzudenken. Winfried Kretschmann ging es genauso. Diese Reden können wir jetzt nicht halten. Aber es wäre schon eine nicht ganz einfache Situation gewesen. Natürlich sind alle froh, wenn der Bahnhof endlich fertig ist und man in Stuttgart nicht mehr hunderte Meter über eine Baustelle laufen muss. Grundsätzlich bin ich aber immer noch der Meinung, dass dies die teuerste Fehlentscheidung in der Geschichte der DB-Infrastruktur war.

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