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Freude auf das Osterfest verbindet Tradition und Gemeinschaft

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01.04.2026

„Es ist der Kampf zwischen Leben und Tod“ – mit diesen Worten beschreibt Peter Nicola, leitender Pfarrer der römisch-katholischen Kirchengemeinde Hochrhein-Südschwarzwald, die Ereignisse der Karwoche, der Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi.

Im St. Fridolinsmünster beginnt der Gottesdienst an Gründonnerstag noch mit Pauken und Trompeten, um dann immer schlichter zu werden, bis keine Orgel und keine Glocke mehr klingt. Der Erinnerung an das Gebet Jesu auf dem Ölberg und das letzte Abendmahl folgt der Gottesdienst am Karfreitag, 3. April. Geprägt ist der Tag der Kreuzigung durch verhaltene Gesänge, Fürbitten und die Lesung zur Leidensgeschichte Christi aus dem Johannesevangelium verbunden mit der Entfernung des Altarschmuckes.

Was ist mit dem Osterhasen?

Die früheste schriftliche Erwähnung des legendären Osterhasen findet sich in der Heidelberger Dissertation „De ovis paschalibus“ (Über die Ostereier) von Johannes Richier aus dem Jahre 1682. Allerdings als Kritik an der katholischen Kirche, die ihn als Symbol für den auferstandenen Jesus gelten lasse. Der großen Freude am Osterhasen tat die kluge Schrift allerdings keinen Abbruch, wurde er doch im 19. Jahrhundert unverzichtbarer Mittelpunkt der weltlichen Osterfeiern im Familienkreise.

Die Feier der Auferstehung in der Osternacht des Karsamstags eröffnet die Entzündung des Osterfeuers und der Osterkerze, die dann ins dunkle Münster getragen wird. Nach dem Gesang des Osterlobes und der Lesung der Auferstehungsgeschichte aus dem Matthäus-Evangelium erklingt zum ersten Mal seit Aschermittwoch auch wieder das Halleluja. „Denn ein unglaubliches Ereignis hat stattgefunden, Jesus ist auferstanden“, führt Nicola weiter aus und verweist auf die besondere Gestaltung des Gottesdienstes am Ostersonntag mit Orgelspiel, Trompeten und Chor. Den Gesamtcharakter der Karwoche fasst Nicola in eindrucksvolle Worte: „Trotz allem, was wir nicht verstehen können und erleiden müssen, heißt unsere Zukunft nicht Tod, sondern Leben in Vollendung.“

In der evangelischen Kirche wird Gründonnerstag ein besonderes Abendmahl gefeiert

Für Pfarrer Hans-Georg Ulrichs, Seelsorger der Evangelischen Kirchengemeinde in Bad Säckingen, beginnt das Osterfest mit einem Tischabendmahl am Gründonnerstag. „Wir feiern den Gottesdienst an einer langen Tafel in der Kirche“, erläutert Ulrichs und verweist auf die besondere Gestaltung des Karfreitagsgottesdienstes durch die Mitwirkung des Kirchenchores.

Nach der gemeinsamen Feier der Osternacht bei den Alt-Katholiken kommt dem Gottesdienst am Ostersonntag eine besondere Bedeutung zu. Diese zeigt sich in der Mitwirkung des Posaunenchores und darin, dass der Ostersonntag als Tauftag angeboten wird. Dies, so Ulrichs, stehe in der Tradition der christlichen Kirche des zweiten und dritten Jahrhunderts. „Denn bis dahin wurden die Gläubigen am Morgen nach der Osternacht getauft und eine Taufe am höchsten christlichen Festtag ist für mich etwas ganz Besonderes.“

Die Osterfeiertage erinnern Ulrichs auch an die oft gestellte Frage, weshalb in der evangelischen Stadtkirche ein großes Kreuz mit dem leidenden Erlöser zu sehen sei. Eine Frage, für die er großes Verständnis habe: „Nach der Auferstehung Jesu ist das Kreuz leer und ganz in diesem Sinne feiern alle Gläubigen an Ostern das Fest des Auferstandenen.“

Protestanten und Alt-Katholiken feiern die Osternacht gemeinsam

Pfarrer Armin Strenzl von der Alt-Katholischen Gemeinde Hochrhein-Wiesental sieht die Osterfeiertage in Bad Säckingen von zwei hervorstechenden Feierlichkeiten geprägt: „Wir begehen seit vielen Jahrzehnten die Osternacht mit den Gläubigen der Evangelischen Kirche in unserer Pfarrkirche St. Peter und Paul. Nach dem gemeinsamen Abendmahl entzünden wir dann auf dem Alten Friedhof das Osterfeuer.“ Eine Zeremonie, die Strenzl gerne mit einer weltlichen Tradition nach dem Gottesdienst am Ostersonntag verbindet. „Zu diesem Gottesdienst laden wir seit Jahren Familien mit Kindern ein und suchen danach gemeinsam bunte Ostereier auf dem alten Friedhof.“

Grundsätzlich bedeutet für Strenzl jeder Gottesdienst eine Verkündigung der frohen Botschaft an die Menschen. „Jede Andacht soll den Menschen Hoffnung geben und sie freudiger machen, denn Jesus sagt im Johannesevangelium: Ich bin gekommen, damit ihr das Leben habt und dass ihr es in Fülle habt.“ Der Auferstandene“, so Strenzl, „meint es gut mit uns Menschen und dies sollen wir auch in der Osterzeit spüren.“

Ganz in diesem Sinne empfinde er selbst vor diesen Festtagen eine positive Aufregung. „Es ist mein Wunsch, dass die Gläubigen aller Konfessionen aus den Ostertagen etwas mitnehmen können, auch durch die Auswahl der Lieder und Gebete jenseits der Predigt.“

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