Ich bin mal so frei – heute notenfrei!
Deutschland kriegt Halbjahreszeugnisse, oder vielmehr: Die jüngeren Bewohner dieses schönen Landes – es sind rund 11,2 Millionen Schülerinnen und Schüler – sehen diese und nächste Woche schwarz auf weiß, was sie nach Ansicht des Lehrpersonals gut können und was nicht. Das "gut" und "nicht so gut" pressen wir seit Jahrhunderten in Zahlen von eins bis fünf. Die Jesuiten fingen um 1530 in ihren Klosterschulen damit an, die Nazis erfanden dann 1938 noch die Note "Sechs", sie diente der härteren Abwertung von Schwächeren. Jetzt haben wir 2026, und das alles wirkt irgendwie – ungenügend.
Mir fällt dazu ein Gespräch mit meinem Grundschüler ein. Wir beugten uns über sein Mathebuch, Multiplikation für Anfänger. Auf einer Zeichnung im Buch trägt ein Mann zwei Stühle in einen Saal. Dann noch zwei. Dann noch zwei weitere und so weiter. Im Hintergrund sieht man eine Bühne.
Ich: "Zwei mal zwei Stühle, das ergibt wie viele Stühle?"
Er: "Ob die gepolstert sind?"
Ich: "Was?!"
Er: "Das wäre doch viel bequemer für die Leute, die sich da hinsetzen."
Ich: "Das ist gar nicht wichtig, Süßer. Zwei mal zwei!"
Er: "Welches Theaterstück das wohl ist, das da gezeigt........
