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An alle pessimistischen Realos – jetzt mal leise! Es ist Zeit für Hoffnung

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18.04.2026

Am vergangenen Sonntagabend war die Hoffnung rot-weiß-grün. Sie rannte zwischen jubelnden Menschen über eine Brücke, sie winkte aus hupenden Autokorsos, sie stieg mit tausend Böllern funkelnd in den Nachthimmel. Ich mittendrin, oder eher: Meine Freundin Andrea, vor 30 Jahren aus Ungarn hergekommen, war extra zur Wahl nach Budapest geflogen und schickte mir Fotos, Videos und Nachrichten vom Wahlabend.

Kurz vor 21 Uhr: „Feiert ihr schon?“ – „Noch abwarten“, schreibt sie. „Wird Ungarn sich neu erfinden?“ – „Das wird es, Helen!“ Herzchen, Regenbögen, Bizeps-Emoji. Dann rennt sie mit dem Handy in der Hand über die knallvolle Margaretenbrücke, dahinter leuchtet golden das ungarische Parlament. Nächste Nachricht: „Orbán gratuliert Magyar“, dann schließlich „Zweidrittelmehrheit!!!!!!!“, „Stimmung großartig“, „Was für ein Abend!“, und: „Warum habe ich bloß die Kinder nicht mitgenommen?!“

Das Gefühl der Woche, diesmal aus Ungarn: Hoffnung

Die Hoffnung, sie springt an diesem Abend aus meinem Whatsapp-Chat und wahrscheinlich aus Millionen weiteren. Hoffnung auf ein Ende von Orbáns Clan-Diktatur, auf die Rückkehr zur EU, auf ein besseres Schul- und Gesundheitssystem. Darauf, dass die Mehrheit den Mist einer Minderheit abwählen kann und sich die Dinge zum Besseren wenden.

Es ist so eine Sache mit der Hoffnung. Oft ist sie unbegründet,........

© stern