"Mama, hat eine Drohne ihm den Arm abgerissen?"
Mein jüngster Sohn, neun Jahre alt, sah diese Woche einen jungen Mann auf der Straße, ein leerer Jackenärmel, ein amputierter Arm. "War das ein Soldat aus der Ukraine?", fragt er abends im Bett. Kann sein, sage ich. "Hat eine Drohne ihm den Arm abgerissen?" Kann sein, sage ich. "Wenn ich groß bin, muss ich dann auch in den Krieg?" Kann sein – aber das denke ich nur.
Und sage stattdessen, dass der Wehrdienst freiwillig ist. Dass Deutschland ein sicheres Land bleibt. Dass Team EU und Team Nato zusammenhalten und dass dieser aggressive Angeber aus den USA über seine eigenen Fehler stürzen wird. Die Wahrheit ist: All das kann sein. Oder auch nicht. Wir wissen es nicht, wir wissen nur: Was vor einer oder zwei Wochen noch als ausgeschlossen galt – Trump nimmt sich Venezuela, Trump will Grönland, Deutschland schickt jetzt Soldaten dorthin –, passiert dann tatsächlich. Krieg? Ja, kann sein.
Diese Ungewissheit stresst mich, sie zerrt an mir, sie........
