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Als Schweizerin in Serbien: «Zum ersten Mal bin ich Ausländerin»

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13.04.2026

Seit etwas mehr als zwei Monaten lebe und arbeite ich nun in Serbien. Unterdessen kenne ich mich ein wenig aus. Ich weiss, welchen Bus ich nehmen muss, wo man Brot kauft und wo es Ausstellungen gibt. Ich gebe mein Bestes, ein wenig Serbisch zu lernen und kann mehr oder weniger das kyrillische Alphabet entziffern. Doch die wichtigste Sache, die ich bisher gelernt habe, ist eine neue Erfahrung: Zum ersten Mal bin ich Ausländerin.

Andere Länder, andere Sitten: Eine Besucherin eines Belgrader Bauernmarkts prüft wundervoll bemalte Dekoeier für das orthodoxe Osterfest.

Mit dieser neuen Perspektive habe ich über den Begriff nachgedacht. Es ist ein seltsames Konzept, ja fast schon widersprüchlich. Man will eine Aussage über ein Land treffen, braucht aber dazu ein anderes. Wenn die ganze Welt das gleiche Land wäre, gäbe es ja kein Ausland.

Jetzt ist es aber die Grundlage eines Staates, ein Hoheitsgebiet zu haben. Ein Land beginnt irgendwo, hört irgendwo anders auf und da ist dann das Ausland. Man kann sagen, jedes Land ist umgeben von Ausland.

Die Schweiz ist ein kleines Land. Das Ausland ist also stets sehr nah. Am weitesten weg vom Ausland ist man im Silbermoos bei Uetendorf im Berner Oberland. Das ist der grenzfernste Punkt der Schweiz. Aber auch von da muss man........

© Solothurner Zeitung