«Grosses Kino in unserer kleinen Stadt»: Unser Kolumnist vergleicht seine Filmerlebnisse von früher und heute
Welches war Ihr allererster Film, den Sie im Kino gesehen haben? Bei mir war es der Disney-Klassiker «Bambi», im Kino Camera an der Römerstrasse. Das Kino Camera gibt es längst nicht mehr – umso lebhafter ist meine Erinnerung: Wie mich Bambi von der Leinwand mit überdimensionierten Kulleraugen anblinzelte. Und wie ich mein Gesicht im Ärmel meines Vaters vergrub, als Bambi um seine tote Mutter trauerte.
Die Sofasessel im Kinokoni an der Aarauerstrasse in Olten.
Ähnlich emotional erlebte ich als junger Erwachsener «Titanic» im Kino Capitol. Zur Pause scherzte ich noch, dass der Dampfer gleich untergehen werde, «blubb, blubb». Als dies dann geschah, Leonardo DiCaprio in den eisigen Fluten versank und Céline Dion dazu sang, wischte ich mir verstohlen die Tränen aus den Augen…
Ein paar Jahre später konnte man Filme aus dem Internet herunterladen. Bald darauf folgte Netflix. Das Film-Erlebnis wurde günstig, flexibel, unbegrenzt. Ich verbrachte unzählige Nachmittage und Abende auf dem Sofa. Und ich war überzeugt: Das Kino ist tot.
Umso mehr erstaunt heute: Olten hat eine lebendige Kino-Szene! Wie ist das........
