Innenstadt: Ohne schnelle und mutige Entscheidungen wird die Verwahrlosung zunehmen
Innenstadt Solingen: Ohne schnelle und mutige Entscheidungen wird die Verwahrlosung zunehmen
Innenstadt: Ohne schnelle und mutige Entscheidungen wird die Verwahrlosung zunehmen
Neun Monate brauchte das Rathaus, um die Alternativprüfungen für die Theatersanierung vorzubereiten. Die jetzt vermutlich in der Schublade verschwinden. So viel Zeit hat die City nicht mehr, warnt Kolumnist Stefan M. Kob.
Liebe Leserinnen und Leser,
es war der Wahlkampfhit im letzten Sommer. Oberbürgermeister-Kandidat Daniel Flemm (CDU) wollte Mut und visionäre Kraft beweisen. Sein Plan: ein neues Kulturhaus auf der Omega-Brache bauen, anstatt weitere Millionen in die Sanierung des Theater und Konzerthauses zu stecken.
Am Schlagbaum sollte dafür statt der geplanten zwei Rettungswachen eine zentrale entstehen, was weitere Millionen einsparen würde. „Out of the box“-Denken nennt man die Fähigkeit, alte Denkmuster zu verlassen, selbst wenn das erst einmal verrückt klingt. Flemm konnte es als einen politischen Erfolg verbuchen, dass seine Idee mitten im Wahlkampf als einstimmiger Ratsbeschluss für einen Prüfauftrag durchging.
Obwohl es viele Vorbehalte gab, insbesondere beim politischen Gegner. Dennoch wollte man keine Alternative ungeprüft lassen. Denn die Kosten für die Brandschutzsanierung des Kulturtempels von 32 Millionen Euro (dafür hat man halb Schloss Burg aufgebrezelt) sowie die Kostenexplosion bei den beiden neuen Feuerwachen (inzwischen ist von über 350 Millionen die Rede) sind schwindelerregend hoch.
Mut im Wahlkampf, Zögern im Amt
Doch gegen Ende des Wahlkampfs wurde der vermeintliche Hit immer leiser und verstummte nach Flemms Amtsantritt im Rathaus ganz. Erst jetzt, ganze neun Monate nach dem Beschluss, hat das Rathaus endlich eine Vorlage auf die Welt gebracht, um die Alternativenprüfung zu beauftragen. Natürlich durch ein externes Büro.
Die Politiker im Kulturausschuss........
