Vier Jahre Krieg in der Ukraine: Wo die Diplomatie vorankam – und wo sie scheiterte
Ukraine-Krieg: Erfolge und Misserfolge Diplomatie mit Russland
Ukraine-Krieg: Erfolge und Misserfolge Diplomatie mit Russland
Vier Jahre Krieg in der Ukraine Wo die Diplomatie vorankam – und wo sie scheiterte
Analyse | Berlin · Gespräche über einen Weg aus dem Krieg in der Ukraine gab es schon früh. Doch dann kamen die Massaker in Butscha. Inzwischen wird regelmäßig verhandelt. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht – und doch gibt es Erfolge, die für Familien auf beiden Seiten unglaublich wichtig sind.
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Menschen halten Fotos ihrer vermissten Verwandten in der Hand.
Auch wenn die großen Streitfragen über ein Ende des Ukrainekriegs ungelöst bleiben, gibt es Verhandlungserfolge, die leicht übersehen werden – für Familien aber alles bedeuten: Gefangenenaustausche. Selbst wenn die Fronten verhärtet sind, kommen solche Vereinbarungen immer wieder zustande, weil sie meist keine großen Zugeständnisse erfordern und beiden Seiten innenpolitisch nutzen.
Wie viel an einem solchen Austausch hängen kann, zeigt ein Bericht der Nachrichtenagentur AP: Er handelt von der Ukrainerin Olha Kurtmalaieva, die gegen Krebs ankämpfte, während ihr Mann in russischer Kriegsgefangenschaft war. „Du hast moralisch kein Recht zu sterben“, sagte sie sich immer wieder, als sie auf der Intensivstation lag und ihr Körper nach einer Chemotherapie aufzugeben drohte. „Wer holt ihn zurück, wenn ich jetzt sterbe?“, fragte sie sich. Ihr Mann, Ruslan Kurtmalaiev, ihre erste große Liebe, hatte sonst niemanden. Olha überlebte – die Medikamente schlugen an, und der Krebs ging zurück.
Der Fall Kurtmalaieva ist ein Einzelschicksal – und er zeigt, worum es inmitten der großen Fragen nach Territorium und Sicherheitsgarantien auch geht.
Die ersten Verhandlungen gab es schon wenige Tage nach Beginn der Invasion
Politisch begann die Verhandlungsgeschichte schon unmittelbar nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022: Wenige Tage nach Beginn des Angriffskriegs kamen ukrainische und russische Delegationen in Belarus zusammen, erstmals am 28. Februar. Moskau schickte damals ein Verhandlungsteam um den ehemaligen Kulturminister Wladimir Medinski, der der Ukraine das Recht auf eine Existenz als selbstständiger Staat absprach. Moskau forderte, dass Kiew die Kämpfe einstellt und die Halbinsel Krim sowie die ostukrainischen Regionen Donezk und Luhansk offiziell an Russland übergibt.
Wenige Wochen später, im März, kam es in der Türkei zu Treffen hochrangiger Delegationen. Russland hatte zu diesem Zeitpunkt realisiert, dass es weder wie geplant Kiew im Handstreich erobern noch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj stürzen konnte. Moskau bot an, seine Truppen aus Teilen der Nordukraine zurückzuziehen. Die „New York Times“ hat Dokumente aus dieser Zeit ausgewertet, die zeigen, wie weit die Verhandler zeitweise gekommen waren. So wurde in Entwürfen um eine Neutralität der Ukraine gerungen, um Rüstungsbegrenzungen sowie um kulturelle Fragen. Der Status der Krim sollte aus den Verträgen ausgenommen werden.
Zu den größten Streitpunkten gehörten schon damals die Sicherheitsgarantien für die Ukraine. Russland widerstrebte es, dass andere Staaten Kiew im Angriffsfall beistehen. Dann kamen russische Gräueltaten ans Licht, nach denen weitere Verhandlungen mit Russland politisch nicht mehr vermittelbar waren: Die Massaker in Butscha. In dem Kiewer Vorort wurden nach dem Rückzug der russischen Truppen zahlreiche getötete Zivilisten gefunden – einige der Opfer hatten die Hände gefesselt.
Getreide für Afrika und die arabische Halbinsel
Große Verhandlungsrunden waren erst einmal nicht mehr möglich, aber Diplomatie lief in indirekten, humanitären Formaten weiter. Besonders wichtig war die im Juli 2022 mithilfe der Türkei und der Vereinten Nationen vereinbarte Schwarzmeer-Getreide-Initiative. Sie sollte sicherstellen, dass ukrainisches Getreide trotz des Krieges per Schiff über das Schwarze Meer exportiert werden konnte – für die Versorgung von Krisenregionen auf der Arabischen Halbinsel und in Afrika war das entscheidend.
Im September desselben Jahres kam es überraschend zu einem Gefangenenaustausch, der von Saudi-Arabien vermittelt wurde. Kurz darauf erklärte Russland nach einem international nicht anerkannten Referendum vier weitere ukrainische Regionen neben der Krim offiziell für annektiert.
Selenskyj erließ ein Dekret, das weitere Verhandlungen mit Wladimir Putin als russischen Präsidenten ausschloss. 2023 und 2024 lagen die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Krieges weitgehend auf Eis – das änderte sich mit dem Machtwechsel in Washington.
Donald Trump, der im Januar 2025 erneut US-Präsident wurde, pochte auf Verhandlungen. Bei einem Besuch Selenskyjs im Weißen Haus kam es gut einen Monat später vor laufenden Kameras zum Eklat. Trump und sein Vizepräsident JD Vance warfen Selenskyj mangelnden Respekt und Undankbarkeit vor. In der Folge pausierten die USA zeitweise auch die Weitergabe von Geheimdienstinformationen an die Ukraine.
Im Mai 2025 gab es neue Verhandlungen in Istanbul. Eine Waffenruhe kam nicht zustande — immerhin vereinbarten beide Seiten einen besonders großen Austausch von Tausenden Gefangenen. Im August folgte Putin einer Einladung Trumps nach Alaska: Es war Putins erster Besuch in einem westlichen Land seit Beginn des Ukrainekriegs. Im November kamen Vertreter der Ukraine, der USA und der europäischen Verbündeten Kiews in Genf zusammen, um über einen von Trump vorgeschlagenen 28-Punkte-Plan zu sprechen. Der Entwurf wurde von Beobachtern als russische Wunschliste kritisiert. Auf Drängen der Ukrainer und der Europäer wurde er überarbeitet. Ende Januar 2026 verhandelten in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten erstmals russische und ukrainische Vertreter sowie US-Unterhändler über die überarbeitete Fassung des Trump-Plans – ein greifbares Ergebnis war die Ankündigung eines weiteren Austauschs von Kriegsgefangenen.
Auch wenn Frieden in der Ukraine noch in weiter Ferne zu liegen scheint: Für Olha Kurtmalaieva zeigten die Vermittlungsbemühungen endlich Wirkung. Ukrainischen Medien zufolge kam ihr Mann Ruslan Anfang Februar bei einem Gefangenenaustausch frei – nach fast vier Jahren in russischer Kriegsgefangenschaft kehrte er zu ihr zurück.
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