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Kurdische Bodentruppen im Iran?: Schon das Gerücht führt zur weiteren Eskalation

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05.03.2026

Kurdische Bodentruppen im Iran? Schon das Gerücht führt zur weiteren Eskalation

Meinung | Berlin · Macht es Sinn, die Kurden zu bewaffnen? Jedenfalls führt schon das Gerücht zur weiteren Eskalation in Nahost. Und die Kurden könnten am Ende - wieder - als Verlierer dastehen.

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Ein Mitglied der Demokratischen Partei Iranisch-Kurdistans (PDKI) steht an einem Kontrollpunkt, der zum Stützpunkt im Stadtteil Koya in Erbil führt.

Ob es nun wahr ist oder nicht: Schon Gerüchte, wonach Kurden für die USA im Iran gegen das Regime kämpfen sollen, können zur weiteren Eskalation im Nahen Osten führen. Besonders betroffen wäre der Irak – ein Land, das nach dem US-Einsatz gegen Saddam Hussein vor mehr als 20 Jahren im Chaos versank, in dem Milizen einen Bürgerkrieg führten und wo die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein Machtvakuum nutzte, um große Gebiete zu erobern. Erst seit wenigen Jahren hat der Irak eine fragile Stabilität zurückgewonnen.

Dem TV-Sender CNN zufolge arbeitet die CIA an der Bewaffnung iranisch-kurdischer Oppositionsgruppen, die vom Irak aus operieren und als Bodentruppen im Westen Irans amerikanische und israelische Luftschläge unterstützen könnten. Die Trump-Administration weist das zurück. Auch die Führung der Autonomen Region Kurdistan betont, kurdische Milizen würden sich nicht am Krieg beteiligen. Doch es gibt bereits Folgen: Iranische Streitkräfte haben kurdische Gruppen im Irak angegriffen.

Kurdische Milizen gelten in der Region als entschlossene Kämpfer: Sie gehörten zu den entscheidenden Kräften, die den IS am Boden zurückdrängten. Nur: Auf die USA als Schutzmacht konnten sie sich zuletzt nicht verlassen. Zwar kooperierten sie in Syrien jahrelang mit US-Truppen. Doch als es nach dem Sturz des Assad-Regimes um mehr Selbstbestimmung ging, blieb Rückendeckung aus. Warum sollte es diesmal anders sein?

Hinzu kommt die Türkei: Das Nato-Land reagiert grundsätzlich empfindlich, wenn Washington politisch-militante kurdische Akteure stärkt. Und Ankara hat schon oft bewiesen, dass es keine Scheu hat, Kurden auch über die eigenen Grenzen hinweg mit Luftschlägen und verbündeten Milizen zu bekämpfen.


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