Vom Wehrdienst bis zu Kampfdrohnen: Wie der Ukraine-Krieg die Bundeswehr verändert
Vier Jahre Ukraine-Krieg: Wie das die Bundeswehr verändert
Vier Jahre Ukraine-Krieg: Wie das die Bundeswehr verändert
Vom Wehrdienst bis zu Kampfdrohnen Wie der Ukraine-Krieg die Bundeswehr verändert
Analyse | Berlin · Vor vier Jahren überfiel Russland die Ukraine. Die Zeit der Friedensdividende war schlagartig vorbei – mit dramatischen Folgen auch für die Bundeswehr. Wie steht die Truppe heute da und wohin soll es in den kommenden Jahren noch gehen? Ein Überblick.
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Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) 2023 beim Besuch eines Panzerbataillons in Nordrhein-Westfalen nach der Entscheidung zur Lieferung von Leopard-Kampfpanzern an die Ukraine. (Archiv)
Soldaten lernen aus Kriegen. Kampfhandlungen offenbaren Taktiken des Gegners, Strategien müssen rasant geändert werden. Kriege sind auch ein Experimentierfeld für neue Waffensysteme. Die seit vier Jahren andauernde Offensive russischer Truppen in der Ukraine und die Gegenwehr des überfallenen Landes bilden da keine Ausnahme. Nach dem russischen Überfall am 24. Februar 2022 war die Zeit der Friedensdividende für die Bundeswehr schlagartig vorbei. Die Folgen dessen sind enorm. Ein Überblick, wie der Ukraine-Krieg die Bundeswehr bereits geformt hat und wohl noch formen wird.
Zu Beginn des Krieges dominierte zunächst die Frage, welches Material die Bundeswehr in welchen Mengen an die Ukraine abgeben könnte. Über die Jahre wurden die Lieferungen immer umfangreicher und für die deutschen Streitkräfte auch schmerzhafter. Denn die Abgabe von Helmen und Munition beeinträchtigt die eigene Abwehrfähigkeit natürlich weniger als beispielsweise eine Lieferung von Panzerhaubitzen, modernen Kampfpanzern und den weltweit extrem begehrten Patriot-Luftabwehrsystemen. Der Ukraine-Krieg hat also in der Ausstattung der Bundeswehr Lücken gerissen, die nun rasch wieder gefüllt werden müssen. In allen Bereichen rüstet die Bundeswehr seit dem russischen Überfall massiv auf, angetrieben von deutlich schlankeren Beschaffungsprozessen und einer Bereichsausnahme von der Schuldenbremse für Verteidigung. Finanziell gibt es kaum noch Limits. Und so wird in nahezu alle typischen Waffensysteme massiv investiert: von neuen Kampfjets über Fregatten, Kampfpanzer und neue Raketenabwehr bis hin zu Plänen für eine sicherere und von anderen Nationen unabhängigere Kommunikationsinfrastruktur. Jedoch hakt es auch in allen Bereichen immer wieder, wie etwa beim deutsch-französischen Kampfjet-Projekt FCAS.
Zugleich hat der Ukraine-Krieg zu einem breiten Umdenken in der Bundeswehr geführt, weil dort angewandte Taktiken die bisherige Ausrichtung der Bundeswehr überholt erschienen ließen. Besonders gravierend ist der Einfluss des in der Ukraine tobenden Drohnenkriegs. Der Einsatz kleiner, billiger und dennoch sehr moderner Kampfdrohnen, wie ihn sowohl russische wie auch ukrainische Truppen jeden Tag auf brutale Weise weiter perfektionieren, ist für die Bundeswehr Neuland. Weder verfügten die deutschen Streitkräfte bislang über solches Gerät, noch war sein Einsatz oder die Abwehr von Drohnen geübt. Nun soll sich das rasch ändern, und zwar mit einer milliardenschweren Beschaffung von Drohnen aus deutscher Produktion der Firmen Stark Defence aus Berlin und Helsing in München. In der kommenden Woche soll der Bundestags-Haushaltsausschuss grünes Licht geben, wobei es zuletzt Vorbehalte gegen Aufträge an Stark Defence gab, weil an dem Startup der US-Investor Peter Thiel beteiligt ist. Er gilt als Demokratieskeptiker und einflussreicher Unterstützer von US-Präsident Donald Trump.
Angesichts der mittlerweile deutlich europakritischeren Sicherheitspolitik der USA soll die Bundeswehr unabhängiger von US-Waffensystemen werden – auch eine neue wie schwierige Herausforderung für die deutschen Streitkräfte.
Die andere wesentliche Veränderung für die Bundeswehr als Folge des Ukraine-Kriegs betrifft das Personal. Der neue Wehrdienst ist Ausdruck dessen. Mit dem seit Januar geltenden Gesetz soll es gelingen, die Zahl der aktiven Bundeswehrsoldatinnen und Bundeswehrsoldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen. Bislang bleibt es beim freiwilligen Modell, wobei junge Männer fortan nach dem 18. Geburtstag einen Fragebogen ausfüllen und später auch zur Musterung gehen müssen. Für Frauen bleibt dies wegen der bislang geltenden, grundgesetzlichen Regelungen freiwillig.
Nur wenn gezogene Zielmarken nicht erreicht werden, kann der Bundestag mit einem neuen Gesetz noch eine sogenannte Bedarfswehrpflicht einführen – dann müssten junge Männer entweder zum Bund oder verweigern und voraussichtlich einen Ersatzdienst leisten. Zuletzt ist die Zahl der freiwilligen Bewerber aber deutlich gestiegen, wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte. Minister Boris Pistorius (SPD) führt dies auch auf eine gestiegene gesellschaftliche Akzeptanz des Soldatenberufs zurück als Folge des Ukraine-Kriegs.
Neben der Aufstockung der Zahl der aktiven Soldaten soll mit dem neuen Wehrdienst vor allem die Reserve stark ausgebaut werden. Sie soll von 60.000 auf 200.000 Kräfte anwachsen. Der Reserve käme im Verteidigungsfall eine entscheidende Bedeutung etwa für die Sicherung von kritischer Infrastruktur oder Transportwegen für verbündete Streitkräfte zu.
Hinzu kommt nun, dass Ukrainer Bundeswehrsoldaten ausbilden sollen. Zuletzt machten zehn kampferprobte Ukrainer Schlagzeilen, weil sie bei einer Übung zwei ganze Nato-Bataillone alt aussehen ließen.
Abschreckung – auch nuklear?
Seit dem Überfall Russlands auf die Ukraine steht die Abschreckung wieder im Vordergrund für die Bundeswehr und die Nato insgesamt. Materielle und personelle Aufrüstung dienen dem ebenso wie etwa der Aufbau einer deutschen Brigade in Litauen. Hinzu kommen Pläne für die Stationierung von US-Mittelstreckenraketen in Deutschland, bis hierzulande eine eigene Raketenabwehr aufgebaut ist. Außerdem wird offen darüber debattiert, ob man sich innerhalb Europas um die eigene nukleare Abschreckung kümmern muss, sollten die USA unter Präsident Trump davon Abstand nehmen. Frankreichs nukleare Abschreckung steht dabei im Fokus. Dass die Bundeswehr aber auch als Folge des Ukraine-Kriegs eigene Atomwaffen bekommen soll, hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bereits abgelehnt.
Realistisch ist hingegen, dass die Bundeswehr an einem Einsatz beteiligt sein könnte, um einen etwaigen Waffenstillstand zwischen der Ukraine und Russland abzusichern. Angesichts der noch laufenden und immer wieder stockenden Verhandlungen ist eine solche erhebliche Folge für die Bundeswehr aber auch noch nicht absehbar.
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