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Denkwürdige Tage in Davos: Der Kanzler, die Nato und eine neue Welt der Großmächte

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22.01.2026

Der Kanzler ist angespannt, man kann es sehen. Friedrich Merz wird am Donnerstagvormittag (22. Januar) beim Weltwirtschaftsforum in Davos freundlich vorgestellt, bevor er zum Rednerpult geht. Der deutsche CDU-Regierungschef lächelt nur kurz zu den Schmeicheleien, denn er weiß: Die Rede zum transatlantischen Verhältnis ist eine der entscheidenden in dieser Woche, wenn er weiterhin einen persönlichen Führungsanspruch auch innerhalb Europas behalten will.

Und Merz wird deutlich: Angesichts der wachsenden Spannungen mit den USA unter Präsident Donald Trump spricht er sich für ein neues Selbstvertrauen der Europäer aus. Die Partnerschaft zwischen den USA und Europa müsse auf Augenhöhe gelebt werden: „Autokratien mögen Untertanen haben, Demokratien haben Partner und verlässliche Freunde.“ Für Deutschland stehe die Souveränität Europas dabei außer Frage. „Für unsere Souveränität werden wir mit Festigkeit eintreten“, sagt Merz. „Unsere Nachbarn in Europa können sich auf unsere Solidarität verlassen.“

Doch Merz weiß, dass die Deutschen künftig mehr Verantwortung auch innerhalb der Nato übernehmen müssen. Das Land sei dazu bereit, sagt er. „Wir Europäer, wir Deutschen wissen, wie kostbar das Vertrauen ist, auf dem die Nato fußt.“ Im Zeitalter der Großmächte würden auch die USA auf dieses Vertrauen........

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