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Friedrich Merz über Kritik im Netz: „Suffkopf“, „Hure“, „an die Wand“ – was müssen Kanzler aushalten?

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04.05.2026

Friedrich Merz über Kritik im Netz „Suffkopf“, „Hure“, „an die Wand“ – was müssen Kanzler aushalten?

Bundeskanzler Friedrich Merz Ende April auf der Hannover-Messe.

Düsseldorf · Der Regierungschef klagt, keiner seiner Vorgänger habe ertragen müssen, was im Netz an Hass über ihn ausgekübelt wird. Doch die Geschichte zeigt: Beinhart ging es schon immer zu. Und statt Mitgefühl kommt nun eine Stilkritik – ausgerechnet von Markus Söder.

Diese Audioversion wurde künstlich generiert. Mehr Infos | Feedback senden

Als „Suffkopf“ soll man ihn bezeichnet haben. Wolfgang Kubicki fiel neulich im Zusammenhang mit dem Bundeskanzler sogar die Bezeichnung „Eierarsch“ ein. Schlimmeres täglich frei Haus in den sozialen Medien. Das geht auch an Friedrich Merz nicht spurlos vorbei, der ganz gern das Image des harten Hundes pflegt. Im Interview mit dem „Spiegel“ sagte er jetzt: „Kein Bundeskanzler vor mir hat so etwas ertragen müssen.“ Gemeint war, was „dort“, also im Internet, über ihn verbreitet werde, „wie ich da angegriffen und herabgewürdigt werde“.

Das sind für einen deutschen Regierungschef durchaus bemerkenswerte Worte – weil da einer mal etwas den Vorhang zur Seite zieht und (wohlkalkuliert) einen knappen Spähblick in sein Gefühlsleben zulässt. Und weil der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland damit natürlich auch Kritik am Zustand der politischen Kommunikation im Lande übt. Was also ist davon zu halten? Eine Annäherung in vier Schritten.

Es hasst sich heute einfach leichter

Erstens: Was den Tatsachengehalt angeht, ist Merz nur teilweise zuzustimmen. Seine Diagnose im selben Interview ist völlig richtig: Seine eher deutliche Sprache treffe „auf eine hypernervöse Öffentlichkeit, die sich auch triggern lässt“. Dem wird man kaum widersprechen können.

Angreifbar ist der „Kein........

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