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Bunt, aber riskant: Warum die Politik bei Vapes härter durchgreifen muss

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20.03.2026

Bunt, aber riskant Warum die Politik bei Vapes härter durchgreifen muss

Meinung | Berlin · Fruchtige Aromen, bunte Verpackungen, erfolgreiches Marketing: Gerade für junge Menschen wirken Vapes oft harmlos. Genau das macht sie aber problematisch. Die geplanten Verschärfungen seitens der Politik sind richtig, können aber nur ein Anfang sein.

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Vapes locken nicht nur mit fruchtigen Geschmäckern, sondern genießen auch ein vergleichsweise gutes Image.

Es ist unstrittig, dass E-Zigaretten mit Aromen wie Mango, Apfel und Limette auf junge Menschen verführerisch wirken. Die Zahlen belegen, dass sich Vapes bei Jugendlichen steigender Beliebtheit erfreuen. Das ist gleich doppelt problematisch: Zum einen sind E-Zigaretten gesundheitlich alles andere als unbedenklich. Und zum anderen deuten Statistiken darauf hin, dass das Dampfen den späteren Einstieg ins Rauchen begünstigt.

Daher ist es richtig, dass die Politik nun eingreift – und das Geschäft der Branche mit einem weitreichenden Verbot von Inhaltsstoffen einschränken will. Der lautstarke Protest der E-Zigaretten-Lobby belegt, wie empfindlich die geplante Regulierung die Branche trifft. Ausreichen wird das vermutlich aber nicht. Denn der Schwarzmarkt bei E-Zigaretten boomt – und dürfte mit Inkrafttreten der Verordnung kaum kleiner werden.

Das eigentliche Problem: Vapes locken nicht nur mit fruchtigen Geschmäckern, sondern genießen auch ein gutes Image. Das liegt nicht zuletzt an populären Rappern wie Massiv, KC Rebell oder Veysel, die ihre eigenen Marken herausbringen. Statt eine Vorbildfunktion zu erfüllen und über Gefahren aufzuklären, platzieren einige von ihnen Hinweise auf ihre eigenen Tabak-Produkte in den sozialen Medien. Das zeigt, dass das eigentlich geltende Werbeverbot konsequenter durchgesetzt werden müsste.

Zudem bedarf es einer besseren Aufklärung über die Gefahren. Ein Ansatzpunkt könnte das Design der Verpackungen sein. Während Zigarettenpackungen von Warnbildern dominiert werden, wirken Vapes in kleinen bunten Kartons vergleichsweise harmlos – und attraktiv. Auch hier könnte die Politik ansetzen. Denn klar ist: Wer den Siegeszug der E-Zigarette bremsen will, muss auch Vermarktung, Verpackung und Kontrollen stärker in den Blick nehmen.


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