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Zwei Gänge mit … Ulli Sima

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12.09.2026

Ulli Sima sitzt auf der Donauinsel, beim Inselitaliener „It’s Amore“. Wir haben bestellt, die Auswahl war nicht sehr schwierig, Caesar Salad mit Hähnchenbrust (sie), Pizza Provencale (ich), und in dem Moment, in dem das Essen am Tisch steht, geht alles ganz schnell. Ich zücke mein Handy, achte auf den Hintergrund, die beiden DC Tower sollen ebenso zu sehen sein wie die Donau, und während ich abdrücke, stelle ich fest, dass auch Ulli Sima ready ist. 

Sie schaut nämlich nicht einfach in meine Richtung. Sie hat nicht einfach die Hände am Tisch. Sie lächelt mich an. Und sie hält: den Teller, genau in Richtung Kamera. Ulli Sima is still holding things.

Ulli Sima holding Caesar Salad

Ulli Sima holding Caesar Salad

Für alle, die sich nicht daran erinnern: „Ulli Sima holding things“ war eines der ersten Internetphänomene der Stadt, eine Art frühes Meme, zu einer Zeit, als Facebook noch unschuldig und Ingrid Brodnig normale „Falter“-Journalistin und nicht „Hass im Netz“-Beauftragte war. 

Irgendjemandem war damals aufgefallen, dass Sima nicht nur sehr viele Fotos von sich produzieren ließ, sondern dabei auch immer etwas in der Hand hielt: Schaufeln, Schlüssel, Flaschen, aber auch absurdere Dinge wie Holzschafe, Solarpaneele oder kleine Bäumchen. Das war ziemlich witzig, deswegen hat irgendjemand die Fotos auf einer eigenen Tumblr-Seite hochgeladen. 

Jahrelang ging das so, die Seite hatte vielleicht keine ganz große Reichweite, aber sie machte ein paar Leuten richtig Spaß. Sogar Sima selbst, sagt sie jedenfalls: „Ich hab das nett gefunden. Ich hab meine Botschaften unter die Menschen gebracht, und da war mir das eigentlich ganz recht.“

Seit 22 Jahren ist Sima mittlerweile Wiener Stadträtin, und das ist ein einsamer Rekord. Abgesehen von ein paar Provinzbürgermeistern gibt es im österreichischen Politikbetrieb niemanden, der so lange den gleichen Job macht wie sie.

In Wien selbst ist nur Michael Ludwig länger politisch aktiv, der war aber, als sie in den Stadtrat einzog, noch einfacher Gemeinderat. Vielleicht liegt das auch daran, dass Sima zu keiner klassischen Seilschaft gehört und niemandem in der Wiener SPÖ gefährlich wurde. 

„Ich wollte nie in die erste Reihe“, so nennt sie das: „Ich bin zwar in der SPÖ Ottakring organisiert, aber ich hatte nie eine Parteifunktion. Ich wüsste auch gar nicht, wie ich das neben meinem Job und den zwei Kindern auch noch unterbringen hätte sollen.“ Deswegen ist sie offenbar so was wie die ewige Stadträtin, völlig........

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