Warum der ÖVP ein Linksruck guttun könnte
In Sommer-Interviews mit Tageszeitungen beschreibt der neue Generalsekretär der ÖVP, Markus Gstöttner, seine Gesinnungsgemeinschaft als „christlich-soziale Mitte-Rechts-Partei mit klarem Wertekorsett“. Die ÖVP stehe „für Leistung, Eigenverantwortung, Eigentum, die ökosoziale Marktwirtschaft, die Solidargesellschaft, Ordnung und Sicherheit. Und eine klare Linie in der Migration.“
Jeder Kaufmann lobt seine Ware. Allerdings stößt das von Gstöttner unterbreitete Angebot bei den Bürgerinnen und Bürgern auf wenig Nachfrage.
Spricht man dieser Tage mit – durchaus hochrangigen –Vertretern der ÖVP, registriert man bei einzelnen Ratlosigkeit an der Grenze zur Resignation. Gegen den stetigen Abstieg bei Wahlen und in Umfragen scheint kein Kraut gewachsen. Was auch immer die von Bundeskanzler und ÖVP-Obmann Christian Stocker geführte Bundesregierung gegen die Teuerung und für das Geldbörsl der Österreicher tut, verpufft. Die Bürger danken es der Volkspartei nicht. Die Affären um den früheren Klubobmann August Wöginger und den zurückgetretenen Wiener Wirtschaftskammer-Präsidenten Walter Ruck sowie (in geringerem Ausmaß) wohl auch die aktuellen Äußerungen von Stocker zur Kinderbetreuung tun ein Übriges. In den Ländern müssen ÖVP-Landeshauptleute – wie Karoline Edtstadler in Salzburg und Thomas Stelzer in Oberösterreich – trotz solider Performance........
