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Bürgerinnen und Bürger! Was wollen wir eigentlich?

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18.09.2026

Der Wähler und damit der Bürger hat immer recht, lautet ein politischer Stehsatz. Bisweilen ist es aber auch angebracht, den Bürger zu beschimpfen, wie es der Schriftsteller Karl-Markus Gauß in einem Gespräch mit der „Kleinen Zeitung“ im August tat. Auf die Feststellung des Interviewers Stefan Winkler, wir Österreicher seien trotz unseres Wohlstands „gallig“, replizierte Gauß: „Der Heinz-Nittel-Hof in Floridsdorf ist ein Vorzeigeprojekt des roten Wien mit Schwimmbassins auf dem Dach und Saunen, Kindergarten, Volksschule. Mehr geht nicht im Gemeindebau. Trotzdem wählen seine Bewohner mehrheitlich blau. Aus den Arbeitern und Gewerkschaftern, die die Anlage einst bezogen, ist eine Meute von Egoisten geworden, die nichts so sehr fürchtet, als ein bisschen von ihrem Wohlstand abgeben zu müssen.“ Er sei ein Anhänger des Sozialstaats, der allerdings aus uns „unsolidarische und unsoziale Menschen gemacht“ habe, „die jede noch so kleine Einschränkung ihres Konsums für das Ende ihrer Freiheit halten“.

Es geht dem humanistisch gesinnten Gauß gewiss nicht darum, die Sorgen vieler Österreicherinnen und Österreicher, die unter wirtschaftlichem oder sozialem Druck stehen, kleinzureden. Man kann sogar Verständnis dafür entwickeln,........

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