Vertreibung im Westjordanland: Die Logik des Pogroms
Gewalt im Westjordanland
Tötung und Vertreibung der Palästinenser sind im Westjordanland trotz internationaler Kritik an der Tagesordnung. Die Armee unterstützt diese Vorgehensweise. Diesmal griff sie selbst zur Waffe.
© © APA/AFP/ILIA YEFIMOVICH
Gewalt im Westjordanland
Tötung und Vertreibung der Palästinenser sind im Westjordanland trotz internationaler Kritik an der Tagesordnung. Die Armee unterstützt diese Vorgehensweise. Diesmal griff sie selbst zur Waffe.
Pogrom ist das Wüten einer Hetzmeute gegen eine religiöse oder ethnische Minderheit, das geduldet und sogar vorangetrieben wird von Instanzen der Macht. Das ist es, was westlich vom Jordan immer wieder geschieht. Es handelt sich nicht um Einzelfälle. Das Vorgehen folgt einem Muster. Das Pogrom wird zum Programm.
Von Terror und vom jüdischen Terrorismus nur zu sprechen, verschleiert den Charakter des Verbrechens. Terroristen mögen die Täter schon sein. Aber Pogrom bedeutet, Teile der Obrigkeit sehen zu, wie und dass ein Mob den Aufstand gegen Schwächere probt.
Premier Benjamin Netanjahu verurteilt die Gewalt gegen palästinensische Dörfer, doch zugleich erklärt er, die Schuldigen wären nur eine Handvoll Extremisten. Von Kindern aus zerrütteten Häusern spricht er. Wie niedlich… Er redet jene klein, die in Israel die Hügeljugend (No’ar HaGva’ot) genannt werden, weil die jungen Leute auf Anhöhen sich niederlassen und dort ihre Außenposten errichten.
Da ist ein Riss, der geht durch Israel, und mir ist, als gehe dieser Riss auch mitten durch mich hindurch.
Da ist ein Riss, der geht durch Israel, und mir ist, als gehe dieser Riss auch mitten durch mich hindurch.
Da ist ein Riss, der geht durch Israel, und mir ist, als gehe dieser Riss auch mitten durch mich hindurch.
Aber die Handvoll Extremisten, von denen der Premierminister redet, sitzen nicht nur auf den Gipfeln des Westjordanlands, sondern auch in seiner Regierung. Sein Minister für nationale Sicherheit schwärmt von der No’ar HaGva’ot. Itamar Ben-Gvir sagt, das seien doch süße Jungs. Die Zeit, da die Polizei diese Mordskerle verfolge, verkündete der Minister, sei nun vorbei. Als Rechtsanwalt vertrat Ben-Gvir viele dieser Rechtsextremen. Einst war Ben-Gvir selbst ein so süßer Junge, der mit Drohungen gegen den damaligen Premier Jitzchak Rabin hervorgetreten war, ehe ein anderer dieser rechtsrechten Jungs Rabin ermordete,........
