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Eine Präsidentin für Deutschland? Damit ist es nicht getan

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08.03.2026

Noch ein Jahr, dann endet die Amtszeit von Frank-Walter Steinmeier. Ein geeigneter Nachfolger muss sich finden. Oder besser: eine Nachfolgerin. Vieles spricht dafür, dass nach zwölf Männern im Amt erstmals eine Frau Staatsoberhaupt wird.

Tatsächlich ist es höchste Zeit für eine Frau an der Spitze des Landes. Dafür reicht ein Blick auf die Demografie: Etwa die Hälfte der Bevölkerung sind Frauen. Es müsste selbstverständlich sein, dass Frauen für alle Führungspositionen in Politik und Wirtschaft infrage kommen. Doch wenn man sich umschaut, sind Frauen noch immer unterrepräsentiert. Nicht nur das: Frauen verdienen weniger, bekommen weniger Rente und müssen immer noch den Großteil der unbezahlten Care-Arbeit leisten.

Frauen in Deutschland: Symbolpolitik reicht ohne echte Gleichberechtigung nicht

Die Wahl einer Frau in das höchste politische Amt darf deshalb nicht zur Ersatzhandlung werden. Ohne konkrete Fortschritte bleibt diese eine leere Hülle. Neben den sozialen sind es besonders die wirtschaftlichen Ungleichheiten, die Frauen in Deutschland immer wieder benachteiligen. Wenn an diesen Stellen nichts passiert, ist die Entscheidung für ein weibliches Staatsoberhaupt nur ein Symbol, dem keine Handlung folgt.

Klar ist auch: Eine Frau im höchsten Staatsamt führt nicht von heute auf morgen zur Beseitigung von Ungleichheiten. Eine Präsidentin, die Deutschlands Ambitionen bei der Gleichstellung nach außen repräsentiert, wäre dennoch das richtige Zeichen. Sie kann beweisen: Frauen bringen das Land nach vorn, auch in Spitzenämtern des Staates.


© NRZ