Das Raumschiff Orion fliegt: Ein kleiner Lichtblick am Himmel
Die Welt scheint im Karfreitags-Modus zu verharren. Düstere Szenen weltweit. Russland fliegt erneut Angriffe auf die Ukraine. Der Krieg am Golf wird von den USA und dem Iran befeuert, zieht globale Kreise. Wo soll da österliche Freude herkommen? Die Aussicht auf einen Triumph des Lebens? Vielleicht tut eine Ablenkung von irdischen Problemen gut. Oder ein Perspektivwechsel. Nach geglücktem Start saust die bemannte Raumkapsel Orion der Mission Artemis II durchs All. Die erste Mondfahrt seit 50 Jahren. Faszinierend. Bald wird Orion 400.000 Kilometer entfernt sein. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS schwebt 400 Kilometer über uns.
Die Menschheit muss gemeinsam Lösungen finden
Kritiker sagen, die Mission sei ein teures Prestigeobjekt von Donald Trump. Der Nutzen für die Forschung sei gering, es sei nur ein Wettlauf mit China ums All. Kann man so sehen. Man darf aber auch positive Aspekte betonen. Die Globalisierung ist von Trump zerrüttet worden – mit seiner Zollpolitik und seinem Ausstieg aus UN-Organisationen. Aber die internationale Zusammenarbeit überlebt vorbildhaft in der Erforschung des Weltraums. Der Griff nach den Sternen vereint.
Auf der ISS arbeiten Amerikaner und Russen Hand in Hand. Am Nasa-Programm Artemis sind Kanada, Japan, die Vereinigten Arabischen Emirate und die europäische Raumfahrtbehörde ESA beteiligt. „Die Menschheit“ habe einmal mehr gezeigt, wozu sie fähig sei, hat der kanadische Astronaut Jeremy Hansen an Bord der Orion gesagt. Ein schöner Satz. Ein Fingerzeig, wo wir wieder hinmüssen. Die Menschheit muss gemeinsam Lösungen finden: für die Klimakrise, für ein Ende der Kriege.
