Wie mobilisiert man gegen Rassismus?
In fünf Bundesländern finden in diesem Jahr Wahlen statt. Wie man jene Menschen anspricht, die keine organisierten Neonazis sind, aber ihre Stimme dennoch der AfD geben könnten, ist eine Frage, vor der sämtliche demokratischen Parteien stehen. In der linken Debatte stehen sich oft zwei Positionen gegenüber, die für sich genommen beide analytisch und politisch unproduktiv sind. Die erste lautet zugespitzt: Wer die AfD wählt, entscheidet sich dazu, rassistisch zu wählen. Jedes Nachdenken über die Umstände, unter denen diese Entscheidung zustande kommt, ist eine Verharmlosung. Die andere wiederum geht ungefähr so: AfD-Wähler sind eigentlich nur sozial enttäuscht. Deshalb lenkt der Fokus auf deren Rassismus vom eigentlichen Problem ab, und die Antwort besteht in guter Sozialpolitik.
Beide Positionen enthalten auch Wahres. Unbestreitbar besteht ein Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Krisendynamiken und deren rassistischer Kanalisierung. Nicht erst seit den Studien von Wilhelm Heitmeyer und anderen lässt sich klar belegen, dass der Abbau sozialer Sicherungssysteme, die Verschärfung der Ungleichverteilung von Reichtum, zunehmende Existenz- und Abstiegsängste und der Wegfall sozialer Infrastruktur für Verunsicherungen sorgen, die rechtsextreme wie bürgerliche Parteien rassistisch mobilisieren und damit entsprechende Ermächtigungserfahrungen organisieren. Der extremen Rechten ist es mit........
