Israel weg vom Schaufenster
Die neue deutsche Rüstungsmesse DSEI Germany will »eine der bedeutendsten Veranstaltungen im globalen Messekalender der Verteidigungsindustrie« werden. Diese Herausforderung des neuen militärischen Schaufensters sollte die heimische Antikriegsbewegung annehmen. Dazu kann an London angeknüpft werden, wo die DSEI stets mit Protesten begleitet wird, etwa von der Campaign Against Arms Trade sowie pro-palästinensischen Gruppen. Letztes Jahr schloss die britische Regierung Israel mit Verweis auf den Gaza-Krieg von der Messe aus. Das Land zog daraufhin seinen Pavillon zurück; israelische Rüstungsfirmen durften aber bleiben.
Dass die Bundesregierung Israel ebenfalls von der DSEI auslädt, ist angesichts der deutschen Unterstützung des völkerrechtswidrigen Mehrfrontenkriegs nicht zu erwarten. Auch in diese Lücke könnte die Antikriegsbewegung stoßen: Die Messe in Hannover wäre eine Gelegenheit, israelische Rüstungsfirmen als Todbringer für viele Zehntausend Zivilist*innen zu markieren und damit hoffentlich empfindlich zu treffen.
