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Vom NATO-Statisten zum umfassend neutralen, wehrhaften Europa

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16.02.2026
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Kommentar
Leserbrief zur Debatte
Vom NATO-Statisten zum umfassend neutralen, wehrhaften Europa
Von DI Dr. Josef Richard Skumautz, ObstltdhmtD a.D. (Villach/Österreich)

Die postulierte „Europäisierung“ der NATO-Struktur wird in Brüssel als sicherheitspolitischer Fortschritt präsentiert. Nach den Reformen sollen europäische Generäle künftig die drei Joint Force Commands – in Brunssum, Neapel und Norfolk – leiten. Auf den ersten Blick stärkt das die europäische Rolle. Doch die entscheidenden Kommandostrukturen bleiben unverändert: Der Supreme Allied Commander Europe (SACEUR) – traditionell ein US-General – behält die operative Gesamtverantwortung. Das Land-, Luft- und Seekommando (Izmir, Ramstein, Northwood) bleiben ebenfalls unter US-Direktion. Damit kontrolliert Washington weiterhin die strategische Planung, Kommandoentscheidungen und nukleare Abschreckung.

Aus analytischer Sicht handelt es sich um eine Machtasymmetrie, die Europa strukturell auf die Rolle eines Mitverwalters reduziert. Die USA geben symbolische Autonomie, sichern sich aber die Steuerungshoheit. Diese Konstruktion folgt einem klaren geostrategischen Kalkül: In der multipolaren Konkurrenz mit China und Russland binden die USA die Europäische Union bzw. den europäischen Kontinent als „verlängerten Arm“ der........

© Neue Rheinische Zeitung