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«Ich bekomme 4000 Franken» – «einfach so?»

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27.01.2026

Unsere Kolumnistin versucht, als Künstlerin ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Und stellt sich die Frage: Wer kann es sich leisten, Kunst zu machen?

Ich bin in meinem Erwachsenenleben schon einige Male umgezogen. Vom Wohnblock, in dem ich aufwuchs, eingebettet zwischen Zuckerfabrik und Autobahn, in die nächstgrössere Stadt. Das Haus, in dem ich lebte, wurde abgerissen. Zurück also in die Kleinstadt meiner Kindheit, wo ich in verschiedenen Wohnungen lebte. Schliesslich zog ich von da aus in die am wenigsten kleinste Stadt der Schweiz.

Auch da wird viel abgerissen und saniert, deshalb waren meine Mietverträge stets befristet. Ich zügelte also in der Stadt umher und habe sie so in kurzer Zeit recht gut kennengelernt. Nun steht wieder ein Umzug bevor. Für ein halbes Jahr ziehe ich in die grösste Stadt, in der ich bis dahin gelebt haben werde. Belgrad, Serbien, 1,3 Millionen Einwohnende. Anlass ist ein Stipendium der Kulturstiftung des Kantons Thurgau.

Teil des Stipendiums sind eine Wohnung und jeden Monat 4000 Franken. Dazu entrichtet die Stiftung einen Beitrag in eine gebundene Altersvorsorge.

Im........

© Luzerner Zeitung