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Dee chäibe Lärm

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13.03.2026

Alt-Stadtrat Andreas Bossard über allerlei Nachtruhestörungen – typisch Zugerische und andere.

Es isch öppe vor 20 Joore gsy, wo i de Riedmatt usse e kurlige Typ gwohnt hed. Dee hed sich äischtig wäg de Chueglogge uufgregt. Villicht isch är duezmool wäg de günschtige Schtüüre i üüses Städtli zoge und hed nid tänkt, as es im Stüürparadys au no Puure mit Chüe hed. Zäntume hed me d'Chüe au i de Nacht ghöört. Är hed sich amigs bim Bimbele vo de Chueglogge i sym Näscht hie und häär trülled und hed äifach nid chönne pfuuse. Äischtig hed är im Puur böösi Briefe gschickt, und au sin Avokat hed sich müesse beschwääre. Und daas alles wäg de Nachtrue. Am Zääni müess noch Gsetz Nachtrue sy, und de töfid au d'Chüe käi Lärm me mache. Im Puur isch das glych gsy!  Är hed tänkt: Sini Rindli häigid doo scho mit de Schälle gwäided, wos no käi so gschtöörti Nochbere ggää hed.

Gly scho hed au de Stadtroot settigi Reklamatione überchoo, und me hed dem nüüe Bewooner gschribe, as das Kapitel «Chueglogge» scho mit Bundesgrichtsentschäid abghandled sig und me doo nüüd chöni mache. Au syn Aawalt hed daas ygsee, aber de arm Chäib hed bi dem Gebimbel zmizt i de Nacht wäärli nid chönne pfuuse. Ich hanem de groote, är söll doch bigoscht Oropax ine schtopfe und sich möglischt nid uufrege. Settigi Uufregige, und nid de Lärm, täägid mäischtens de Schloof vermyse.

Alles hed nüüd gnützt, und de gueti Maa hed sich de z hälfe gwüsst. Är hed e tüüri Wonig i de Altstadt gfunde, wyt ewägg vo de Chueglogge. Aber ohälätz: es isch bimäich nid lang ggange, und de arm Tropf hed wider nid chönne pfuuse. All Schtund hed de Zytturm glöggelet und fridlich die äint Schtund um die ander aazäigt. Au die halbe Schtunde hed's Glöggli fyn und schöön verchündet. De Chueglogge-Hysteriker hed am nüüe Woonort wieder e «Find» gfunde. Wieder isch är a Computer ghocket und hed mit sinere Wuet im Buuch für de Stadtroot e Lärmchlaag i Taschte ghaue. Die kurlig Chlaag isch de im Stadthuus zerscht echli ligge blibe, und scho bald isch e zwöite Brief ytroffe, wo no gharnischter gschribe gsy isch.

De Stadtschryber hed de uf e gueti Art zrugg gschribe. Es isch e lange Brief worde. Aagfange mit de Gschicht vom Zytturm mit synere 450 Joor alte Glogge, und viles mee isch i dem Schrybe gschtande. Au vo Gibätszyte, Tradition und vo üüsem Zuger Wohrzäiche und as es d'Lüüt nid würdid verschtoo, wenn's chlyne Glöggli nümme täät schloo. I dem Brief hed de Schryber so euphorisch über üüse Zytturm gschribe, me hätti chönne mäine mir häigid de wältbekannti Zytgloggeturm vo Bärn bi üüs uf em Kolinplatz.

De Brief hed gsässe, und me hed nüümee ghört vom dünnhüütige Bewooner i de Altstadt. Ich ha de as Stadtfüerer dee gnärvti Maa yglade mit mier uf de Turm ufe zschtyge. Ich hanem's alti Uurwärch vom 16. Joorhundert und's «nüüüi» vo 1952 zäigt und ha gschwärmt über's Uurmacherhandwärch und au vo de vier Zäiger am Zytturm und as es sogar e Schaltjooreszäiger gääb.

Es halbs Joor schpööter hed d'Ywonerkontrolle prichtet, de Typ häig sich vo Zug abgmäldet. I weiss hüt nonig, öb äär i üüsere Schwyz e ruigere Woonort gfunde hed, as z Zug i de Altstadt-Untergass mit Blick uf üüse See.

Ich wone au amene prächtige Ort. I de häisse Summernächt, wenn amigs d'Töff tüend frääse und luut uufhüülid oder die vile Porschee iri Pnöö tüend verschlirgge, tänki amigs a myn äignig Rootschlag:

«Nid uufrege, d'Oropax ine schtöpsle! Nid de Lärm schtöört de Schloof, nume de chäibe Erger»!

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