1. Mai in Berlin: Das Ikkimel-Desaster zeigt ein politisches Problem der radikalen Linken
1. Mai in Berlin: Das Ikkimel-Desaster zeigt ein politisches Problem der radikalen Linken
Das Ikkimel-Konzert blockierte die Revolutionäre 1. Mai-Demo in Berlin. Das Problem sind aber nicht die Feiernden, sondern die unzureichenden Antworten der radikalen Linken auf den Regierungswahlkampf der Linkspartei.
Was sich am 1. Mai in Berlin abspielte, muss als Desaster für die radikale Linke bezeichnet werden. Über Stunden konnte sich die Revolutionäre Demo kaum bewegen, eingeklemmt zwischen Zehntausenden Feiernden auf der Oranienstraße und im Görlitzer Park. Viele von ihnen Besucher:innen des von der Linkspartei Friedrichshain-Kreuzberg organisierten Ikkimel-Konzerts. Der Fame der Rapperin sollte besonders für den Wahlkampf von Elif Eralp ausstrahlen, die für Die Linke im September als Kandidatin für das Amt der Bürgermeisterin antritt.
Aus linksradikaler Perspektive kommentieren viele, dass für ein nur oberflächlich politisches Konzert „echte“ Politik geopfert wurde. Demnach seien von der Politik geförderte Feierwut oder die Linkspartei-Führung schuld. Die Verantwortung letzterer ist nicht zu leugnen. Die Feststellung bleibt aber beim Offensichtlichen stehen, ohne eine Antwort zu formulieren.
Eine Gegenposition besagt, dass die Party dabei geholfen hätte, viel mehr Menschen für linke Themen zu interessieren. So schreibt Erik Peter in der taz: „Wer Ikkimel versteht, kann das Patriarchat und die AfD nur überwinden wollen. Und da sind sich dann eben doch alle in Kreuzberg einig.“ Es stimmt nicht, dass sich alle einig sind. Eralp will mit reformistischer Mietenpolitik und Anpassung an die Staatsräson an die Spitze eines Rot-Rot-Grünen Senats gewählt werden als angebliche Alternative gegen die CDU und AfD. Die Mehrheit der Revolutionären 1. Mai-Demo will Klassenkampf und........
