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CDU-Politiker schwärmt von Minderjährigen an Realschule

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25.02.2026

CDU-Politiker schwärmt von Minderjährigen an Realschule

Manuel Hagel schwärmt in einem Interview 2018 von einer Klasse Minderjähriger an der Realschule. Cem Özdemir nimmt ihn heute in Schutz.

Manuel Hagel, Fraktionsvorsitzender der CDU in Baden-Württemberg und Spitzenkandidat für die Landtagswahlen dieses Jahr, fährt seine rechte, rassistische Wahlkampagne bereits jetzt gegen die Wand. In einem Interview von 2018 auf Youtube spricht Hagel über einen Besuch an einer Realschule.

Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.

Also da gibt’s für 29-jährige Abgeordnete schlimmere Termine als diesen.

Das ist seine erste Erkenntnis nach einem Besuch in einer Klasse mit maximal 16- bis 17-jährigen Schüler:innen. 80 Prozent der Klasse seien seinen Angaben nach nur Mädchen gewesen. Eine sei ihr besonders aufgefallen mit ihrem Aussehen.

Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.

Ich werd’s nie vergessen, die erste Frage, sie hieß Eva, braune Haare, rehbraune Augen.

Sexismus wie aus dem Bilderbuch, von einem heute 37-jährigen Fraktionsvorsitzenden und ehemaligen Filialleiter der Sparkasse Ulm. Dass das auch noch gegen Minderjährige passiert, macht den Skandal noch schlimmer. Aus den christlichen Tugenden seiner Jungzeit als Messdiener in der katholischen Kirche hat er wohl nur die perverse Nähe zu sexuellen Gedanken gegenüber Minderjährigen beibehalten. 

Über Schulbesuche von Politiker:innen in Schulen kann man diskutieren. Meistens werden diese nur genutzt, um Wahlkampf zu machen oder als symbolischen Akt – an den Interessen von Jugendlichen geht die jeweilige Politik in aller Ignoranz vorbei. Die CDU ist Vorreiter in Sachen Sparpolitik: 800 Millionen Euro wurden für 2026 und 2027 allein in Berlin aus dem Haushalt gestrichen. Damit fällt über 50 Prozent der Kulturförderung weg, aber auch teilweise in der Bildung und im Gesundheitsbereich.

Aber wenn derartige Schulbesuche dann auch noch ausgenutzt werden, um sich am Anblick von Minderjährigen zu ergötzen und von ihnen in einem Interview zu schwärmen, dann ist das angebliche „Wohl der Kinder“ für die CDU umso fraglicher. Vielleicht sollte Friedrich Merz erstmal in den Spiegel und seine eigenen Parteimitglieder schauen, wenn er von „Töchtern“ spricht, um seine rassistische Stadtbild-Aussage zu legitimieren. 

Aber genauso sollten sich auch die Grünen fragen, wen sie da als Spitzenkandidat ins Rennen schicken. Cem Özdemir, ehemaliger Bundesvorsitzender der Grünen und ebenso wie Hagel ein Spitzenkandidat für die Landtagswahlen in Baden-Württemberg, verteidigte Hagel in einer TV-Debatte mit einem AfD-Abgeordneten – er sei sich sicher, dass „Herr Hagel das heute nicht mehr so formulieren würde“. Für Özdemir ist Sexismus bei deutschen Politikern der CDU gar kein Problem – bei Migrant:innen hört er sich dafür umso mehr an wie Bernd Höcke. In einem Gastbeitrag in der FAZ spricht er von den Erfahrungen seiner Tochter mit migrantischen Männern in Berlin und über „die patriarchalen Strukturen und die Rolle der Frau in vielen islamisch geprägten Ländern“ und klingt dabei wie ein Politiker der CDU, FDP, BSW oder AfD. 

Dass der Grünen-Abgeordnete während des anstehenden Wahlkampfes seinen sexistischen Opponenten Hagel in Schutz nimmt, ist noch weniger verwunderlich: Beide Parteien zielen auf eine Koalition in Baden-Württemberg bei den Landtagswahlen ab. Für den Schutz von Kinder, Frauen und weiteren von Diskriminierung betroffenen Personen werden sie wohl nichts tun – zumindest nichts Gutes, eher ihre Leben noch stärker sexualisieren.

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