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Kontinuität nach Orbán

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29.09.2026

Politik ist, anders als idealistische Betrachtungen unterstellen, nicht in erster Linie die Sache von Persönlichkeiten, sondern das Spiel der Interessen. Und die bleiben, egal, wen die Leute wählen. Ein Beispiel für diesen Erfahrungssatz bilden gegenwärtig die Beziehungen zwischen der ­Ukraine und Ungarn. Sie waren über Jahre angespannt, weil angeblich Viktor Orbán »Putins Trojanisches Pferd in Europa« und dergleichen war. Jetzt ist Orbán abgewählt, der neue Ministerpräsident Péter Magyar hat ein Großreinemachen im Staatsapparat angekündigt – auch wenn das nicht ganz ohne Rumpeln abgeht, denn gerade hat die Parlamentsmehrheit seiner Partei den Vorschlag des »eigenen« Staatspräsidenten für das Amt des Generalstaatsanwalts zurückgewiesen. Aber die ukrainisch-ungarischen Beziehungen sind weiterhin so unterkühlt, wie sie es unter Orbán waren. Das deutet darauf hin, dass dieser Zustand etwas mit Interessen und nicht mit subjektiven Faktoren zu tun hat.

Zwar........

© Junge Welt