Imperiale Willkür
Seit 1979 – fast ein halbes Jahrhundert lang – hat die US-Regierung Syrien als »Staat, der den Terrorismus unterstützt« eingestuft. Am Montag wurde diese Klassifizierung aufgehoben. Nach dem Ende weiterer US-Sanktionen im vergangenen Jahr blieb die Einstufung ein wichtiges Hindernis für ausländische Investitionen und Wiederaufbauhilfen in dem nach jahrelangem Bürgerkrieg zerstörten Land. Denn Technologieprodukte, Software und Lizenzen durften weiterhin nur eingeschränkt nach Syrien exportiert werden.
Für die Syrer ist das Ende des Sanktionsregimes daher erst einmal eine gute Nachricht. Denn solche imperialistischen Wirtschaftssanktionen treffen im Endeffekt immer die Masse der Bevölkerung. In ihren Auswirkungen kann diese Form der Wirtschaftskriegsführung nicht weniger zerstörerisch und tödlich sein als ein militärischer Krieg.
Das Sanktionsregime hatte maßgeblich zur ökonomischen Schwächung der Baath-Herrschaft unter Präsident Baschar Al-Assad........
