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Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

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26.09.2026

26. September 2026 – 15. Tischri 5787

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Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Wolfgang Benz, Stefanie Schüler-Springorum und das deutsche Zentrum für Antisemitismusleugnung

Ein Kommentar von JA-Chefredakteur Philipp Peyman Engel

Es sind Worte, die einen ungläubig und fassungslos zurücklassen. Hat er das wirklich gerade gesagt? Meint er das wirklich ernst? Wir kaltherzig kann man sein? Und: Wie jenseits aller Forschungsergebnisse und wie fern der jüdischen Lebensrealität in Deutschland?

Die Rede ist von Wolfgang Benz, Professor a. D. und seines Zeichens Antisemitismusforscher sowie langjähriger Leiter des Berliner Zentrums für Antisemitismusforschung. Angesichts der zahlreichen Judenhass-Vorfälle in der Linkspartei hat der Doyen der deutschen Antisemitismusforschung nun dem Berliner »Tagesspiegel« ein bemerkenswertes Interview gegeben.

Darin bezeichnet Benz die dramatischen Antisemitismusfallzahlen in der Hauptstadt im ersten Schritt zwar als »schlimm«, nur um dann gleich klarzustellen: »Dass Juden Angst haben, sagen sie seit 50 Jahren. Schon früher hieß es: Wir sitzen auf gepackten Koffern. Das gehört zur Selbstrechtfertigung jüdischen Lebens in Deutschland.«

Die Tagesspiegel-Redakteure hakten ungläubig nach, ob er der jüdischen Gemeinschaft nicht glaube. Die Antwort: Er glaube den Juden, dass sie Angst haben. »Aber ich weiß auch, dass sie unter Rechtfertigungsdruck stehen, weil sie im Land der Täter leben. Außerdem wird keine Minderheit so gut durch die Polizei gesichert.«

Sprich: Gefühle sind ja subjektiv. Empirie ist etwas anderes. Oder genauer: Habt euch mal nicht so!  

Zur Ehrenrettung des deutschen Wissenschaftlers sei gesagt: Wolfgang Benz hat Recht. Wir Juden sind sehr sicher hinter Panzerglas, Stacheldraht und bewaffneten Polizisten. Jedes Mal, wenn wir unsere Kinder im Berliner Grunewald in die jüdische Kita bringen, überkommt uns dieses warme Gefühl der Sicherheit, wenn wir schon von Weitem die Sicherheitsschleuse, die Polizisten und die von der Kita zusätzlich selbst organisierte Security aus Israel sehen.

Dasselbe heimelige Gefühl der Geborgenheit hatten sicher auch viele Beter vor dem Jom-Kippur-Gottesdienst in Halle 2019, als ein Rechtsextremer Attentäter sich anschickte, alle Besucher zu erschießen. Oder vor einigen Tagen die Jüdische Gemeinde in Wuppertal, wo nur wenige Stunden zuvor ein afghanischer Flüchtling versucht hatte, die Synagoge in Brand zu setzen. Oder der junge jüdische Lehramtsstudent Lahav Shapira, als er nach dem 7. Oktober 2023 in Berlin-Mitte von einem arabischstämmigen Kommilitonen mit Knochenbrüchen im Kopf und einer Hirnschwellung fast zu Tode geprügelt wurde. Oder die Beter der Kahal-Gemeinde in Berlin-Mitte an der Grenze zu Wedding, die nicht äußerlich als........

© Juedische Allgemeine