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Tee mit Groys

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25. Oktober 2026 – 14. Cheschwan 5787

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In einem neuen Gesprächsband erzählt der Philosoph Boris Groys aus seinem Leben und verliert kein Wort über den Krieg. Warum unser Rezensent das Buch trotzdem gut gelaunt zuklappte: eine sehr persönliche Lektüre

Im September 2024 treffen sich in Berlin zwei Emigranten aus verschiedenen Epochen. Der eine ist der Kulturphilosoph Boris Groys, der die Sowjetunion 1981 verließ. Die andere ist die Filmemacherin und Kuratorin Svetlana Baskova, die Russland 2024 den Rücken kehrte. Sie sprechen, und dabei trinken sie Tee. Darauf legt Baskova, die die Gespräche führt und das Buch verantwortet, ausdrücklich Wert.

Sechs Begegnungen mit insgesamt 30 Stunden Gespräch sind daraus geworden, und am Ende ein Buch, das für Groys eher ungewöhnlich ist. Gedruckt hat es die kleine unabhängige Plattform vidim books in Bratislava. Die Namen einiger Mitwirkender sind geschwärzt, um sie vor Verfolgung zu schützen. Gemeint ist wohl Russland, doch auch das wird nicht ausgesprochen. Erschienen ist der Band »Im Namen des Guten und des Friedens«. Die Druckqualität ist eindeutig mäßig, das Ganze erinnert an Samisdat, den Selbstverlag der Sowjetzeit, nur eben im digitalen Zeitalter. Genauso sehen auch die zahlreichen Fotos aus, die Groys mit diversen Akteuren der russischen und deutschen Kulturszene zeigen.

Wozu also diese Rezension? Manchmal ist auch von Interesse, was ein Rezensent während und nach der Lektüre empfindet. Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und seine Erschütterungen, die längst die ganze Welt erfassen, kommen in diesem Buch mit keinem einzigen Wort vor. Das muss man erst einmal schaffen! Trotzdem hinterlässt es einen guten........

© Juedische Allgemeine