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Wer definiert das Judentum?

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11. Mai 2026 – 24. Ijar 5786

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Wer definiert das Judentum?

Die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland verleiht dem messianischen Rabbiner Mark S. Kinzer die Ehrendoktorwürde. Das belastet das jüdische Verhältnis zu einem katholischen Partner

Am 16. November 2026 verleiht die Theologische Fakultät der Universität Freiburg im Üechtland Mark S. Kinzer, dem emeritierten Präsidenten des Messianic Jewish Theological Institute in Kalifornien, die Ehrendoktorwürde. Die Mitteilung der Fakultät, datiert vom 21. April 2026, spricht von einem »international anerkannten Theologen, Bibelwissenschaftler und messianisch-jüdischen Rabbiner«, dessen Werk »zur Vertiefung der Beziehungen zwischen Judentum und Christentum« beigetragen habe.

Worüber zu reden ist, ist nicht die Person. Kinzers Werk, sein dialogisches Ethos, seine ausdrückliche Zurückweisung von Judenmission und Substitutionstheologie sollen nicht in Zweifel gezogen werden. Worüber zu reden ist, ist die institutionelle Geste und das, was sie über das Selbstverständnis der größten römisch-katholischen Fakultät der Schweiz aussagt.

Grenze, die nicht zufällig ist

Das Judentum hat seit nahezu zwei Jahrtausenden eine theologische Grenze gezogen, die nicht verhandelbar ist: Wer Jesus von Nazaret als Messias bekennt, hat eine Schwelle überschritten, die ins Christentum hinein und aus dem religiösen Judentum hinausführt. Diese Linie ist keine Sektierer-Linie. Sie wird gleichermaßen von orthodoxen Rabbinaten, konservativen, liberalen und Reform-Gemeinden, vom Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund wie von der Jewish Agency und vom Obersten Gerichtshof Israels getragen.

Christen definieren nicht, wer Jude ist; Juden definieren nicht, was christliche Theologie zu sein hat.

Christen definieren nicht, wer Jude ist; Juden definieren nicht, was christliche Theologie zu sein hat.

Die Selbstbezeichnung »messianische Juden« versucht, eben diese Grenze offenzuhalten – nicht durch dialogische Vermittlung zwischen zwei eigenständigen Traditionen, sondern durch die Behauptung, das eine könne gleichzeitig das andere sein. Genau hier liegt der Bruch. Die Wirkungsgeschichte dieser Bewegung speist sich........

© Juedische Allgemeine