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Ein Leben, das amtlich nicht vorgesehen war

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13.04.2026

13. April 2026 – 26. Nissan 5786

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Ein Leben, das amtlich nicht vorgesehen war

Mit Robert Kreutner ist eines der letzten Babys, das 1938 vom St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger gerettet wurde, gestorben

Im Dezember 1938 erscheint in der sozialistischen Schweizer Presse ein Artikel mit dem Titel »Das Elend an der Grenze. Herr Motta, Herr Baumann, verantworten Sie das?«. Giuseppe Motta und Johannes Baumann sind Schweizer Bundesräte. Erzählt wird die Geschichte einer Flucht über den Alten Rhein bei Diepoldsau in die Schweiz.

Ein jüdisches Ehepaar aus Wien mit Kleinkind versucht, nachts durch das eiskalte Wasser zu waten. Ein Schweizer Grenzwächter entdeckt sie und soll sie aufhalten. Der Vater ist in Wien von den Nazis fast totgeschlagen worden. Das Kind leidet an einer Mittelohrentzündung, und als die Mutter stolpert und alles nass wird, fängt es zu schreien an. Der Grenzwächter richtet die Waffe auf die Familie. Doch diese weigert sich, umzukehren. Schließlich hat der Beamte ein Einsehen; er bringt die Flüchtlinge auf den Schweizer Grenzposten. Die Mutter mit ihrem kranken Kind wird von einer Grenzwächterfamilie aufgenommen, der Vater kommt ins örtliche Flüchtlingslager. Die Familie ist gerettet.

Den Zeitungsbericht über diese Flucht vom Dezember 1938 nahm ich kürzlich wieder hervor, als wir Robert Kreutner (1937-2026) beerdigten. Kreutner war das Baby in der Geschichte, und dank des Grenzwächters, dank der Unerschrockenheit seiner Eltern, aber auch dank dem St. Galler Polizeihauptmann Paul Grüninger, der die Einreise der Familie zu genehmigen hatte, überlebte er den Dezember 1938 um fast neunzig Jahre.

Unklar, wie viele Menschen an der Schweizer Grenze abgewiesen wurden

Als die Zeitungen die Flucht der Familie Kreutner 1938 beschrieben, war die Schweizer Grenze für jüdische........

© Juedische Allgemeine